Die schwächsten Opfer

Berlinale: Kinderschicksale in der Sektion »Generation«

  • Von Caroline M. Buck
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Winterferien sind in diesem Jahr für Serhat, Gürbüz und Ibo die Zeit, in der sie Kohlen suchen gehen. Die kurzen Schlitten, mit denen sie tagsüber durch die Stadt ziehen, erhöhen die Geschwindigkeit der Suche. Nur gelegentlich sind sie auch mal zum Rodeln gut. Die Stadt, das ist Kars, Garnisonsort im Nordosten Anatoliens, Grenzstadt zu Armenien, ein Kreuzungspunkt der Kulturen, bekrönt von einer eindrucksvollen Zitadelle. Der Winter des Films ist der besonders harte Winter des Jahres 1981, als die Militärdiktatur noch jung und ganz besonders brutal war und die Kohlenzufuhr künstlich verknappt, um die Stadt für eine kürzlich niedergeschlagene Revolte zu bestrafen.

In der Schule wird gemaßregelt und geschlagen, wer die kurdische Sprache spricht, und belobigt, wer sich beim wortgenauen Rezitieren der türkischen Nationalhymne hervortut. Ob die Noten, die im winterl...


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