Fazit eines Täters: »Ich bin’s zufrieden!«

Die Karriere des Hans-Joachim Riecke: Vom Hungerplaner im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zum Welternährer

  • Von Alexander Bahar
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In einer Zeit, in der antirussische Ressentiments zunehmend den westlichen Blick gen Osten vernebeln, empfiehlt sich die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit der Geschichte des deutsch-russischen Verhältnisses in besonderer Weise. Eine Monografie über den früheren Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Diplomlandwirt Hans-Joachim Riecke, ist allein schon deshalb eine lohnende Lektüre. Autor des schmalen, aber gehaltvollen Bändchens ist der Historiker Wigbert Benz, der bereits 2011 eine Studie über den »Hungerplan im ›Unternehmen Barbarossa‹ 1941« vorgelegt hatte.

Riecke war nicht nur mitverantwortlich für den Plan, Millionen Sowjetbürger verhungern zu lassen, um die deutsche Wehrmacht und die Zivilbevölkerung im »Reich« mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Als Kriegsverwaltungschef bei Görings Vierjahresplanbehörde koordinierte er auch die Ausführung des Hungermordprogramms. Benz' Monografie ...

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