Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Wettbewerb der Gestik

Vereinbarte Funkstille ließ viel Raum für Interpreten

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Minsker Gipfel erwies sich auch für die russischen Medien als eine Zitterpartie mit bis zum Ende offenem Ausgang. »Gipfel ohne Garantien« - »Frieden ohne Status«, »Es gibt keine Chance, also nutzen wir sie«, titelten russische Medien ihre Berichte. Mangels konkreter Informationen - die Akteure hatten absolute Funkstille vereinbart - lieferten sie sich einen gnadenlosen Wettbewerb in Sachen Redundanz und bei der Interpretation von Gestik und Mimik der Unterhändler beim Fototermin zu Beginn des Krisengipfels Mittwochabend. Und mehrfach drohte ein Kompromiss an Forderungen Kiews und Moskaus zu scheitern, die die jeweils andere Seite als »nicht akzeptabel« kritisierte. Darunter Direktkontakte Kiews mit den Separatisten, auf denen Russlands Außenminister Sergej Lawrow bestand, und ein unmittelbarer und umfassender Waffenstillstand, den die Rebellen »fast unmöglich« nannten.

Noch kurz vor Verhandlungsende schockte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, der den Verhandlungsraum in der Nacht mehrfach verlassen hatte, um sich zu konsultieren, mit den Worten, er habe nach wie vor keine guten Nachrichten. Der Erfolg stehe auf der Kippe, warnte zeitgleich die russische Nachrichtenagentur TASS, die kurz zuvor noch gemeldet hatte, ein Plan aus 12 oder 13 Punkten stehe kurz vor der Unterschrift.

Differenzen, so der Tenor erster Reaktionen aus russischen Denkfabriken, habe es nicht nur zu möglichen Lösungsansätzen, sondern auch bei der Bewertung des Verhandlungsverlaufs gegeben. Auch der letztendlich erzielte Kompromiss lasse viel Raum für Interpretation.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln