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Sonderberater

PERSONALIE: Micheil Saakaschwili

  • Von Klaus Joachim Herrmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Sollte er aus seinen Pleiten gelernt haben, könnte Micheil Saakaschwili in Kiew ein wahrhaft idealer Beistand für den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko - seinen neuen Dienstherren - sein. Der ernannte den 47-Jährigen zu seinem Sonderberater.

Saakaschwili war der Mann, der nach dem als Außenminister der Perestroika berühmt gewordenen Eduard Schewardnadse kam und mit der »Rosenrevolution« anscheinend frischen Wind in den Kaukasus brachte. Doch in die Präsidentschaft des Georgiers von 2003 bis 2013 fallen ein von ihm begonnener und gründlich verlorener Krieg gegen Russland im Jahre 2008 und der Verlust der abtrünnigen Republiken Abchasien und Südossetien. Die stehen seither unter russischem Patronat.

Auf dem Kiewer Maidan jubelte der solcherart kampferprobte Saakaschwili im Jahr nach seinem Sturz aber schon wieder: »Hier wird das russische Imperium begraben!« Seine Landsleute forderte er auf, an der Seite der ukrainischen Armee freiwillig in den Krieg gegen die ostukrainischen Separatisten zu ziehen. Ganz sicher eine Empfehlung in den Augen des Oberkommandierenden Poroschenko.

Auch dass der Mann den Westen nach Georgien holte, das sich mit der Europäischen Union assoziierte und eine Partnerschaft mit der NATO pflegt, dürfte als Vorzug gelten. Weniger vielleicht, dass der Ratgeber, der in Tbilissi zwei Jahre Justizminister war, an seinen Wirkungsstätten wegen Amtsmissbrauchs und Unterschlagung per Haftbefehl gesucht wird. Nun wirbt er immerhin, die Ukrainer hätten eine bessere Zukunft ohne Korruption und Ungerechtigkeit verdient.

Der in den USA graduierte und überwiegend dort im Exil lebende Politiker, der einstmals als »Kennedy des Kaukasus« gepriesen wurde, verfügt gerade über gute Beziehungen und soll internationale Unterstützung für Kiew mobilisieren. »Das Wichtigste ist jetzt, der Ukraine mit Waffen zu helfen«, wurde er unter Hinweis auf den ukrainischen Sender »Espresso.TV« bereits zitiert.

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