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Neuer Anlauf in Sachen »Katzendreckgestank«

Sachsens Umweltministerium kündigt weitere Messungen an, mit denen die Ursache des üblen Geruchs über dem Erzgebirge geklärt werden soll

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Den Menschen im Erzgebirge stinkt es bei bestimmten Wetterlagen gewaltig. Für den berüchtigten »Katzendreckgestank« sind allerdings keine Tiere verantwortlich.

Dresden. Sachsen will endlich die Ursachen des »Katzendreckgestanks« im Erzgebirge und Vogtland aufklären. Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) kündigte in dieser Woche im Gespräch mit Bürgerinitiativen und Kommunalpolitikern aus Seiffen und Umgebung weitere Messungen an. »In den letzten Jahren wurde versucht, über 50 relevante Geruchsstoffe zu bestimmen, um die Quelle der Geruchsbelastung zu lokalisieren. Nachdem diese Untersuchungen nicht zum erhofften Ziel führten, liegt nun der Schwerpunkt auf einer noch zu entwickelnden Analysenmethode für die Bestimmung von Mercaptanen«, teilte das Ministerium mit.

Mercaptane (Thiole) gehören zu den schwefelhaltigen Verbindungen. Sie könnten aus dem petrochemischen Komplex im benachbarten böhmischen Becken bei verschiedenen Vorgängen emittieren. In den vergangenen 15 Jahren hatten die sächsischen Umweltbehörden eine Vielzahl von Analysen, Messungen und Untersuchungen organisiert, um die Quellen des »Katzendreckgestanks« auszumachen. Dabei fand man heraus, dass der üble Geruch in der nordböhmischen Industrieregion seinen Ursprung hat. Eine einzelne Quelle für die Belastungen konnte bisher aber nicht identifiziert werden. Es lägen auch keine Informationen vor, dass einzelne Industrieanlagen die EU-weit geltenden Grenzwerte für Luftschadstoffemissionen nicht einhalten, hieß es seitens der Experten.

»Weder Stickstoffdioxid noch Benzol oder Schwefeldioxid sind für die Geruchsbelastung im Erzgebirge verantwortlich. Die gemessenen Maximalkonzentrationen liegen weit unter den Geruchsschwellen der Stoffe. Das heißt: Diese Stoffe sind zwar in der Luft vorhanden, aber definitiv nicht die Ursache für die Geruchsbelastungen«, hieß es weiter.

Ursache seien vielmehr organisch-chemische Verbindungen in Spurenkonzentrationen, die messtechnisch schwierig zu erfassen seien und für die es keine geregelten Grenzwerte gebe. Eine Lösung des Problems werde ohne Unterstützung des Bundes und Tschechiens nicht möglich sein. Schmidt will das Thema kommende Woche bei einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Richard Brabec in Prag ansprechen. dpa/nd

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