Eingelullt in der Gegenwart

Seit wenigen Jahren wächst das Unbehagen an der ritualisierten NS-Erinnerung: Warum?

  • Von Guido Speckmann
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Eigentlich sollte man als Linker ja froh sein. Endlich erinnert die politische Elite Deutschlands nach jahrzehntelangem Schweigen in der Nachkriegszeit nunmehr ausgiebig an Auschwitz, Holocaust und Weltkriegsschuld. Und mahnt, die Verbrechen des von ihr Nationalsozialismus genannten deutschen Faschismus nicht zu vergessen. So geschehen erst kürzlich anlässlich der 70. Jahrestage der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und der Bombardierung Dresdens. Man könnte vor allem auch erfreut über das NS-Erinnerungsgebot sein, weil dieses in großen Teilen der Bevölkerung nicht auf Akzeptanz stößt. Ende Januar veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie, wonach fast 60 Prozent der Deutschen unter der Last der Vergangenheit einen »Schlussstrich« ziehen möchten.

Doch zu fragen wäre, ob es nicht auch an der Art und Weise des offiziellen Erinnerns liegt, warum dieses nicht mit entsprechenden Einstellungen ...


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