Noch Kunst oder schon Propaganda?

Initiativen kritisieren Nutzungskonzept für die Dragonerhöfe in Kreuzberg

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Das Dragonerareal am Mehringdamm ist ein Immobilienfiletstück. Der Investor plant eine Mischnutzung aus Gewerbe und Kunstateliers. Eine Initiative vermutet knallharte Profitinteressen.

»Piepgras geh baden! Du kannst es nicht!« Unter diesem Motto demonstrierten gestern rund 30 Menschen vor dem ehemaligen Stadtbad Wedding gegen Gentrifizierung. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte das berlinweite stadtpolitische Bündnis »Stadt von Unten« und die Initiative »Hände weg vom Wedding«.

Der Ort war dabei ganz bewusst gewählt: Das einstige bezirkliche Hallenschwimmbad wird seit 2009 unter dem Namen »Stattbad« als Kunst- und Eventlocation genutzt. Der Investor heißt Arne Piepgras und hat im vergangenen Jahr auch den Zuschlag für das Dragonerareal am Kreuzberger Mehringdamm bekommen. Dort plant er nun ähnlich wie im Wedding einen »Künstlercampus«. »Wir demonstrieren hier, um auf Piepgras’ bereits bekannte Praktiken der Aufwertung durch künstlerische Nutzung und des Missbrauchs von Kultur als Spielmarke für Profit aufmerksam zu machen«, sagt Enrico vom Bündnis.

Die Initiative befürchtet im Fall des Dragonerareals, dass das Nut...


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