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Vom historischen Ort beeindruckt

DOSB und Senat trafen sich im Olympiastadion, um Berlins Pläne für die Spiele zu diskutieren

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Spitzenfunktionäre des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sind am Dienstag auf Stippvisite ins Olympiastadion gekommen. Berlins Pläne für Olympia 2024 oder 2028 halten sie für umsetzbar.

Auf dem Bildschirm flimmert Adolf Hitler. Einige Schüler sitzen davor und schauen sich in einem Flachbau neben dem Olympiastadion die Geschichte der Sommerspiele von 1936 an, die von den Nationalsozialisten so furchtbar für ihre Propaganda missbraucht worden waren. In dem Informationsgebäude am Osteingang hängen überall auch die aktuellen Werbematerialien des Senats »Wir wollen die Spiele« für eine mögliche Bewerbung der Hauptstadt für Olympische und Paralympische Spiele 2024 oder 2028. Geschichte und Gegenwart treffen im Olympiastadion und dessen Umfeld hart aufeinander.

Zu Gast an diesem »historischen Ort« waren am Dienstag auf Einladung des Senats auch die Spitzen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der sich Mitte März nach der Auswertung von Forsa-Umfragen für Berlin oder Hamburg als deutschem Olympia-Kandidaten entscheiden will. DOSB-Präsident Alfons Hörmann zeigte sich im Anschluss an das Treffen auf der »Ehrentribüne« des Olympiastadions stehend von der Sitzung am »historischen Ort« beeindruckt. »Ich bin fest überzeugt, dass was in den Bewerbungsunterlagen stand, auch umsetzbar ist«, sagte Hörmann. Zudem lobte der DOSB-Präsident das »gute partnerschaftliche Verhältnis« zu Berlin.

Ein klares Bekenntnis zur Hauptstadt ließ sich der DOSB bei seiner Stippvisite indes nicht entlocken. Obwohl es Zusagen bezüglich einer Eröffnung des BER gab, ist es für den Sportbund offenbar ein Problem, die Verzögerungen beim Hauptstadtflughafen international zu kommunizieren. »Das alles Entscheidende wird sein, ob der Funke auf die Berliner Bevölkerung überspringt«, betonte Hörmann. Wie es darum nach mehreren Wochen Senatskampagne für Olympia bestellt ist, lässt sich allerdings nur schwer einschätzen. Der Landessportbund will 100 000 Unterschriften pro Olympia gesammelt haben. Aber auch die NOlympia-Gegner meinen, Zulauf zu verspüren. Wirklicher Enthusiasmus ist auf jeden Fall kaum feststellbar. Häufig haben Bürger bei aller positiven Grundeinstellung zu den Spielen viele Fragen, was Kosten und Folgen angeht.

Der rot-schwarze Senat ist sich seiner Sache trotz der »kritischen Begleitung« recht sicher. »Wir werden am 13. September ein überwältigendes Quorum bekommen«, sagt Sportsenator Frank Henkel (CDU). An diesem Tag will der Senat in einer »politisch verbindlichen« Abstimmung über seine Pläne abstimmen lassen, sollte sich der DOSB für Berlin als deutsche Bewerberstadt entscheiden.

»Viel Unterstützung« für Olympia meint auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) in den vergangenen Wochen bei seinen Terminen mitbekommen zu haben - insbesondere aus dem paralympischen Bereich. Dass die Medien dennoch lieber über »20 Störer« berichteten und nicht über 230 Menschen, die sich beim Bürgerforum auseinandersetzen wollen, ärgert den Regierenden offensichtlich.

Die nächsten Schritte bezüglich einer möglichen Olympia-Bewerbung werden derweil vorbereitet: So steht eine »Berliner Bewerbungsgesellschaft GmbH« als Tochter der »Partner für Berlin Holding« in den Startlöchern. Auch die »Haushaltsvorsorge« ist angeblich sichergestellt. Demnach »verfolgt Berlin weiterhin das Ziel, einen möglichst hohen Anteil der entstehenden Ausgaben durch die Einwerbung privater Drittmittel abzudecken«. Wie viel das sein wird und wie die Gespräche bezüglich Bundeszuschüssen gediehen sind, will der Regierende nicht mit Zahlen unterlegen. Fest steht dafür: Sollten 2015 Bewerbungs- und Planungskosten entstehen, sollen diese notfalls durch den Haushalt finanziert werden.

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