Im Wüstensande verlaufen

Weder Korruption noch Menschenrechte - Proteste gegen FIFA und Winter-WM in Katar wegen Einnahmeverlusten

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Wer mir folgt, gewinnt. Das Prinzip von FIFA-Präsident Joseph Blatter funktioniert bestens - und wird auch die Verlegung der WM 2022 in den Winter überstehen.

»Meine Zeit im Sport ist zu Ende«, hat Theo Zwanziger gesagt. Nein, der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat nicht aus Verzweiflung über die Verlegung der WM 2022 in den Winter seinen Sitz im elitären Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA geräumt. Hätte ja sein können. Denn für den Juristen aus dem rheinland-pfälzischen Altendiez war die Vergabe des Turniers im Dezember 2010 an Katar schon immer »einer der größten Fehler, die es jemals im Sport gegeben hat«.

Seinen Abschied vom Sport hat Zwanziger im November 2012 formuliert. Als Erkenntnis eines anderthalbjährigen Lernprozesses? Vollmundig hatte er 2011 noch Einzug ins Exekutivkomitee gehalten: Er wolle den Weltverband reformieren. Das Bild eines sich erneuernden und sauberen Verbandes versucht die FIFA beharrlich der Öffentlichkeit vorzutäuschen: Mit Ethik- und etlichen anderen Kommissionen, die aber weder unabhängig noch die Kernprobleme ermitteln, od...

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