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Rassismus? No, thanks! Proteste gegen Pegida in Newcastle

2000 protestieren gegen rechten Aufmarsch / Ableger der rassistischen Bewegung mobilisiert nur 375 Islamfeinde / Gegendemonstranten klar überlegen

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Berlin. Bei der ersten Demonstration eines britischen Ablegers der rechten Pegida-Aufmärsche sind am Samstag in Newcastle fünf Mal mehr Gegendemonstranten als Anhänger der rassistischen und islamfeindlichen Bewegung erschienen. Etwa 375 Menschen waren dem Aufruf der Gruppe Pegida UK gefolgt, in der nordostenglischen Stadt gegen eine angebliche »Islamisierung« Europas zu demonstrieren. Etwa 2.000 Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen. Es gab bei den ohne Probleme verlaufenden Demonstrationen fünf Festnahmen, wobei bisher unklar blieb, ob es sich bei den Festgenommenen um Pegida-Anhänger oder Gegendemonstranten handelte. Ihnen wurden gewaltsame Übergriffe, Friedensbruch sowie Trunkenheit und Ruhestörung vorgeworfen.

Pegida UK hatte laut ihrer Facebook-Seite mit 800 Teilnehmern gerechnet. Vor der Veranstaltung war die Zahl der Polizisten in der 280.000-Einwohner-Stadt Newcastle, wo am Samstag zudem ein Fußballspiel der englischen Premier League stattfand, aufgestockt worden. Eine Mitorganisatorin von Pegida UK, Donna Trainor, erklärte bei der Demonstration: »Wir wollen, dass die Regierung Dschihadisten und muslimische Extremisten von unseren Straßen verjagt.« Ihr oberstes Ziel sei es, »die britischen Werte und unsere Kultur zu schützen«.

Laut dem Greek Solidarity Comittee beteiligten sich offenbar auch Anhänger der griechischen Neonazis-Partei »Golden Dawn« an dem Pegida-Aufmarsch. Im Internet wurde ein Bild veröffentlicht, das einen Mann mit der Fahne der griechischen Rechtsradikalen bei Pegida in Newcastle zeigt.

Unter den Gegendemonstranten war der linke Politiker George Galloway. »Alle vernünftigen Leute in Großbritannien verurteilen die Idee, dass eine deutsche Nazi-Gruppe in den Nordosten Englands kommt, um zu versuchen, Unruhe zu stiften«, sagte er bei der Gegenkundgebung. Die islamfeindliche und rassistische Pegida-Bewegung hat bereist in mehreren europäischen Ländern Nachahmer gefunden. Diese konnten aber nicht annähernd so viele Menschen für ihre Proteste mobilisieren wie die Organisatoren in Deutschland. Hierzulande beteiligten sich nach Behördenangaben seit Oktober vergangenen Jahres Zehntausende Menschen, die meisten davon in Ostdeutschland. In den meisten deutschen Städten war die Zahl der Gegendemonstranten, die sich gegen Rassismus und für Solidarität mit Flüchtlingen aussprachen, aber stets höher als die Zahl der Pegida-Mitläufer.

Deren Aufmärsche hatten eine anhaltende Debatte in der Politik darüber ausgelöst, ob man den Forderungen gegenüber offen sein solle. Vor allem Politiker der Union und der Rechtspartei AfD hatten sich bemüht, die Aufmärsche für ihre politischen Zwecke zu nutzen.

In Großbritannien hatte es im Jahr 2013 mehrere Demonstrationen der rechten Gruppe English Defence League gegeben. Diese endeten meist in Zusammenstößen mit antifaschistischen Gegendemonstranten. Die Gruppe hat jedoch seit dem Rücktritt ihres Vorsitzenden Tommy Robinson im Oktober an Zulauf verloren. Robinson hatte seinen Rücktritt mit den lauter werdenden rechtsradikalen Strömungen in der English Defence League begründet. Agenturen/nd

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