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Maulkorb für linken Schüler

In Bamberg darf ein 17-Jähriger nicht mehr sagen, was er denkt, sonst riskiert er einen Schulverweis. Bayerns Elternverband kritisiert das.

  • Von Marta Popowska
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Er ist gegen Nazis und gegen den Afghanistankrieg und damit für eine Bamberger Schule ein Extremist. Sie verlangt von dem 17-jährigen Schüler, dass er in Zukunft den Mund hält. Geht das überhaupt?

In Regensburg flog einst eine Gymnasiastin von der Schule, weil sie einen »Stoppt-Strauß«-Button an der Jacke trug. Franz Josef Strauß war gerade zum Kanzlerkandidaten der Union ernannt worden und auch in Bayern regte sich Widerstand. Das war 1980 und ist lange her, sollte man meinen. Doch 35 Jahre später fühlt man sich an diese Geschichte erinnert, wenn in Bamberg ein 17-jähriger Schüler einen »verschärften Verweis« kassiert, weil er gegen den Besuch eines Jugendoffiziers aufmuckt und Hausmeister seinen Rucksack durchsuchen wollen, weil sie darin politische Aufkleber vermuten. Die Sache ging glimpflicher aus, doch zurück bleibt die allgemeine Frage, wie Schulen mit kritischen Jugendlichen umgehen. Die Auseinandersetzung ist alt. Schülervertretungen kämpfen seit Jahren dafür, sich zu allen politischen Themen ungehindert äußern zu dürfen, nicht nur zu Bildung.

Jährlich dürfen Jugendoffiziere an Schulen die Berufs- und Karrierec...


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