Trinkwasserversorgung in Gefahr

Kritiker werfen der hessischen Landesregierung vor, die offenkundige Beeinträchtigung durch Kalilauge vertuscht zu haben

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Wie gefährlich ist die Kaliförderung im hessisch-thüringischen Revier für das Trinkwasser? In Wiesbaden weiß man mehr, als man zugibt.

Vertuschung von Informationen zur Grund- und Trinkwassergefährdung im hessisch-thüringischen Kalirevier und Nachgiebigkeit gegenüber dem Düngemittelkonzern K+S werfen die Thüringer Gemeinde Gerstungen (Wartburgkreis) und die hessische Linksfraktion den Behörden vor. Gerstungen liegt in einer Senke an der Werra und gewinnt sein Trinkwasser seit Generationen aus eigenen Brunnen. Damit könnte es nun bald vorbei sein. Schon 1993, 1995 und 2005 habe die Gemeinde Brunnen wegen Versalzung stilllegen müssen, berichtet Ulf Frank, Leiter der Gemeindewerke Gerstungen. Noch seien fünf Brunnen in Betrieb und die Versalzung halte an. Gutachten der Universität Aachen hätten einen hohen Chloridgehalt ermittelt, der seinen Ursprung in Laugenversenkungen durch K+S auf der hessischen Seite des Kalireviers habe. »Wenn die Gemeinde eines Tages aufgrund der Versalzung ihre eigene Trinkwasserversorgung stilllegen muss und auf Fremdversorgung angewiesen is...

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