Toter bei Minenexplosion in der Ostukraine

Unfälle in Gruben des Donbass gehören zum Alltag - nun kommt Streit zwischen Kiew und den Separatisten hinzu

  • Von Andreas Stein und
Wolfgang Jung, Donezk
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nach einer Detonation werden Dutzende Bergleute im Donez-Becken vermisst. In einem der größten Kohlereviere der Welt kommt es oft zu Unfällen. Dies verschärft die Lage im Kriegsgebiet zusätzlich.

Eine mächtige Explosion erschüttert die Kohlegrube Sassjadko in der Ukraine, rund 200 Bergleute fliehen aus dem Schacht, Dutzende sitzen aber zunächst fest, einen Kilometer unter der Erde. Von »mindestens 32 Toten« spricht Parlamentspräsident Wladimir Groisman in der rund 700 Kilometer entfernten Hauptstadt Kiew - und er bittet die sichtlich schockierten Abgeordneten, sich zu einer Schweigeminute zu erheben. Schnell muss sich Groisman heftige Kritik gefallen lassen, er habe ohne seriöse Informationen völlig vorzeitig von Opfern gesprochen. Erst dann korrigiert sich der Politiker - und spricht von mindestens einem Toten und »32 Vermissten«.

Die völlig veralteten Bergwerke im Donez-Becken, einem der größten Kohlereviere der Welt und das Herz der Energieversorgung des Landes, gelten als Todesfallen. Unglücke gehören fast zum Alltag, immer wieder sterben Arbeiter bei Unfällen. Jedes Jahr werden Dutzende erschlagene, verbrannte ode...


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