Ralf Streck, San Sebastián 06.03.2015 / Ausland

Zwangsräumung ohne Vorwarnung

In Madrid werden die Bewohner eines aus Not besetzten Gebäudes erneut in die Obdachlosigkeit gestoßen

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sieht Licht am Ende des Tunnels. 20 Familien stehen vor einer finsteren Zukunft, nachdem sie geräumt wurden - ohne Vorwarnung und ohne Wohnalternativen.

Leerstand und Obdachlosigkeit sind in Spanien kein Widerspruch. Allein in Madrid stehen fast 300 000 Wohnungen leer, fast zehn Prozent des Bestands. Zwangsräumungen verhindert das freilich nicht. Am Mittwoch kam es in der spanischen Hauptstadt erneut zu dramatischen Szenen, als ein Gebäude geräumt wurde, in dem 20 wohnungslose Familien mit 13 Kindern ein Dach über dem Kopf gefunden hatten.

Das Gebäude wurde im Mai 2014 von Mitgliedern des »Sozialwerks« der »Vereinigung der Hypothekengeschädigten« (PAH) besetzt, nachdem es fünf Jahre leer stand. Der Name »Sozialwerk« spielt ironisch auf die Unfähigkeit der Behörden an, wohnungslosen Familien eine bezahlbare Wohnung anzubieten. Das galt auch für die Bewohner aus dem Madrider Stadtteil »La Latina«, die zuvor aus ihren Wohnungen geflogen waren, weil sie wegen Arbeitslosigkeit Hypotheken oder die Mieten nicht mehr bezahlen konnten. Dank dem »Sozialwerk« der PAH, fanden sie in dem G...

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