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Bedingt abwehrbereit

Andreas Fritsche über den Verzicht der Bundeswehr auf einen Schießplatz

Kaum formierte sich Widerstand, da erklärte das Verteidigungsministerium den Verzicht auf den Schießplatz. In der Döberitzer Heide warf die Bundeswehr die Flinte schnell ins Korn und suchte das Weite.

»Diese Nachricht ist ein Grund zum Feiern«, findet die brandenburgische Landtagsabgeordnete Andrea Johlige von der Linkspartei. Tatsächlich hat es sich gelohnt, die Pläne der Bundeswehr für einen Schießplatz in der Döberitzer Heide öffentlich zu machen und zu kritisieren. Kaum hatte sich Widerstand formiert, da erklärte das Verteidigungsministerium jetzt den Verzicht auf den Schießplatz.

Johlige hatte gerüchteweise von den Absichten gehört, nachgehakt, Journalisten informiert. Die Bundestagsfraktion schaltete sich ein. In Potsdam schlugen Kommunalpolitiker Alarm. Anwohner und Umweltschützer machten mobil. Eine erste kleine Kundgebung kam zustande. Bevor sich die Proteste ausweiten konnten, befahl das Ministerium den Rückzug. Es war ohnehin nicht einzusehen, wozu die Bundeswehr diesen Schießplatz überhaupt benötigt. Es spielt nun keine Rolle mehr, ob dies im Ministerium eingesehen wurde oder ob man nach dem Kampf um einen Bombenabwurfplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide, den die Armee 2009 nach 17 Jahren verlor, keine Lust hatte auf eine zweite Front dieser Art in Brandenburg. Fakt ist: Das offensiv aufgestellte Militär ist nur bedingt abwehrbereit. Trifft es auf entschiedene Gegenwehr der Friedensbewegung, muss es die Waffen strecken.

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