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Augsburger Jungs wollen nach Europa

Nach 1:0 gegen Wolfsburg Klassenerhalt abgehakt / Nun Vorstoß in neue Dimensionen

Nach dem 1:0-Sieg gegen Wolfsburg macht Trainer Markus Weinzierl einen Haken unter den Klassenverbleib. Jetzt will der FC Augsburg auch offiziell in neue Dimensionen vorstoßen.

Von Klaus Bergmann, Augsburg

Nach der bestandenen Reifeprüfung für Europa bildeten die gefeierten Augsburger Fußball-Malocher noch auf dem Rasen einen Jubelkreis. Mittendrin schrie Markus Weinzierl wild gestikulierend eine Botschaft in die Runde. »Nein, nein«, wiegelte der Augsburger Erfolgscoach kurz danach im Presseraum in den Stadionkatakomben ab. Er habe unmittelbar nach dem bemerkenswerten 1:0 gegen den Tabellenzweiten Wolfsburg nicht vom Traumziel Europa League gesprochen: »Ich habe der Mannschaft gesagt, sie hat zwei Tage frei. Deswegen haben sie so gejubelt. Das hatte mit den Zielen nichts zu tun.«

Die aber sind am Samstag auch offiziell nach oben korrigiert worden. Weinzierl machte nach der erfolgreichen Kraftprobe gegen die 2015 erstmals besiegten Wolfsburger öffentlich einen Haken unter den Klassenverbleib und rief den erstmaligen Einzug des FC Augsburg in das internationale Fußballgeschäft als neue, ambitionierte Aufgabe aus: »Die Jungs wollen nach Europa - und wir auch!«

Die Pflicht des Nichtabstiegs sei erfüllt, verkündete Weinzierl: »Wir haben immer von 40 Punkten gesprochen. Aber ich bin sicher, es reichen auch 38.« Minimum Platz sechs, das ist die neue Zielmarke. »Jetzt kommt die Kür. Wer die Mannschaft heute beobachtet hat, hat gesehen, was sie will«, sagte Weinzierl. »Wer zwei Drittel der Saison da oben mit dabei ist, der will auch nach drei Dritteln ganz oben mit dabei sein.«

Eine gelungene europäische Eignungsprüfung stellte der Sieg gegen Wolfsburg dar, gerade nach zuvor vier sieglosen Partien. Es beeindruckte, wie die Wolfsburger Torfabrik um Goalgetter Bast Dost ausgeschaltet wurde. Von einer »unglaublichen Energieleistung« sprach Tobias Werner, »zu Null gegen die Wölfe zu spielen, die in den letzten zwei Auswärtsspielen insgesamt zehn Tore erzielt hatten«.

Man habe den Sieg mehr gewollt als der so prominent besetzte Gegner, bemerkte Werner noch. Das war vor 28 721 Zuschauern in praktisch jeder Aktion zu spüren. Auch beim spielentscheidenden ersten Bundesligator von Dominik Kohr, der in der 63. Spielminute hellwach war und nach dem Foulelfmeter von Werner, den Diego Benaglio parieren konnte, im Nachschuss erfolgreich war. »Ich habe ein bisschen spekuliert, dass der Abpraller kommt«, berichtete Kohr, der für den erkrankten Pierre-Emile Højbjerg ins Team gerückt war.

Ein kleines Polster auf Platz sieben, der nicht mehr für die Europa League reichen würde, haben sich die Augsburger erarbeitet. »Aus der Position lässt sich super angreifen«, frohlockte Weinzierl. Er kann mit Manager Stefan Reuter, dem Weltmeister von 1990, schon mal fix für eine fünfte Augsburger Bundesligasaison nacheinander planen. dpa/nd

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