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»Ihr Sündenregister, Clara, ist größer«

Als Wladimir Iljitsch Lenin mit Clara Zetkin die Frauenfrage diskutierte

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Es ist ein schmales Bändchen, hat es aber in sich. Männer, die den Frauentag verschlafen und ihre Partnerin vergrämt haben, erhalten die Chance der Wiedergutmachung. Das Büchlein ist preiswerter als ein Diamantcollier und verwelkt nicht so schnell wie ein Bouquet.


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* Clara Zetkin: Erinnerungen an Lenin. Gespräche über die Frauenfrage.
Wiljo Heinen. 45 S., br., 7 €.


»Wiederholt sprach Genosse Lenin mit mir über die Frauenfrage. Er legte offensichtlich der Frauenbewegung eine sehr große Bedeutung bei«, bemerkt Clara Zetkin eingangs und wundert sich hernach einige Male über dessen Vorstellungen und Vorhaltungen. Sie freut sich über sein Lob: »In Petrograd, hier in Moskau, in Städten und Industriezentren draußen im Lande haben sich die Proletarierinnen in der Revolution prächtig gehalten. Ohne sie hätten wir nicht gesiegt. Oder auch kaum gesiegt.« Viele zuverlässige und kluge Genossinnen seien unermüdlich in den Sowjets, Volkskommissariaten, öffentlichen Diensten und in der Roten Armee tätig. Dann folgt eine Entrüstung, über die man heute schmunzeln kann, die Clara Z. aber gewiss nicht lustig fand.

Lenin beschwert sich bei ihr, dass »eine begabte Kommunistin in Hamburg eine Zeitung für die Prostituierten herausgibt und diese für den revolutionären Kampf organisieren will«; sogar Rosa Luxemburg solidarisiere sich mit Huren. Jene seien zwar bedauernswerte Opfer der bürgerlichen Gesellschaft, sie aber als Kampfreserve zu mobilisieren, gehe zu weit. Es folgt die Schelte: »Ihr Sündenregister, Clara, ist noch größer. Es wurde mir erzählt, dass in den Lese- und Diskussionsabenden der Genossinnen besonders die sexuelle Frage, die Ehefrage behandelt werde ... Ich glaubte meinen Ohren nicht trauen zu dürfen, als ich das hörte. Der erste Staat der proletarischen Diktatur ringt mit den Gegenrevolutionären der ganzen Welt ... Die Genossinnen aber erörtern die sexuelle Frage.« So sprach Wladimir.

Und was soll man davon halten: Nachdem Lenin die Zetkin mit der Ausarbeitung von Richtlinien beauftragt hat, äußert er scheinbar beiläufig: »Schade, sehr schade, daß Genossin Inessa nicht hier ist. Sie ist krank nach dem Kaukasus gefahren.« Traute der Mann seiner Geliebten, Inès Armand, mehr als der »Generalin« der Fraueninternationale?

Wie auch immer, zu diesem feinen Bändchen hätte man sich noch ein einordnendes Vor- oder Nachwort gewünscht.

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