Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Neue Ziele im Ruhestand

Versicherungsschutz im Alter (Teil 1)

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 3 Min.
Versicherungsvertreter schätzen Senioren und Rentner als wichtige Zielgruppe: Sie sind kaufkräftig - und häufig auch noch vertrauensselig. Es könnte also demnächst an Ihrer Haustür klingeln. Vorher sollte Sie Ihre persönliche Finanzstrategie einmal ganz in Ruhe durchdacht haben.

Spätestens mit dem Eintritt in den Ruhestand geht es um neue Ziele. Arbeit spielt künftig keine oder eine untergeordnete Rolle; die Kinder sind (längst) aus dem Haus; und Sie könnten etwa die Enkelkinder stärker beim Sparen berücksichtigen. Neue Ziele: Das trifft besonders auf den Versicherungsschutz zu.

Schwerpunkt: Gesundheit

Das alles überragende Thema ist auch »im Alter«, das seit Aristoteles mit 50 Jahren beginnt: die Gesundheit. Mit dem Rentenantrag haben Sie sich bereits bei der »Krankenversicherung der Rentner«, kurz KVdR, angemeldet. Das klingt aufregender als es ist. Letztlich bleibt (fast) alles beim Alten: Je nach dem, ob Sie in der aktiven Berufszeit gesetzlich oder privat versichert waren, bleiben Sie in der Krankenkasse oder beim privaten Krankenversicherer normalerweise automatisch Mitglied. Die KVdR ist keine Gesellschaft, sondern nur ein Status: Wer ihn hat, gilt als pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung.

»Der Übergang läuft meiner langen Erfahrung nach reibungslos«, versichert Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Freiwillig Versicherten empfiehlt Frau Weidenbach, sich vor dem Rentenantrag mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen, ob der Übergang tatsächlich in die Wege geleitet sei. »Anruf genügt.«

Krankenversicherung der Rentner

Mit dem Rentenbeginn wechseln pflichtversicherte Arbeitnehmer in die »Krankenversicherung der Rentner« (KVdR). Diese Statusänderung über die KVdR wird nötig, weil kein Arbeitgeber mehr einen Großteil der Kassenbeiträge zahlt. Das übernimmt fortan weitgehend die Rentenkasse. Zum Krankenbeitrag kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung. Rentner mit »Elterneigenschaft«, so die Deutsche Rentenversicherung, zahlen weniger als Nicht-Eltern.

Als versicherungspflichtiger Rentner müssen Sie aus Ihrer gesetzlichen Rente Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Haben Sie mehrere Renten, beispielsweise eine Witwenrente oder eine Rente aus dem Ausland, zahlen Sie aus jeder Rente Beiträge zur Krankenversicherung. Auch Einkommen aus Selbstständigkeit sind beitragspflichtig.

Komplizierter kann die Beitragsberechnung bei freiwilligen Mitgliedern in der gesetzlichen Krankenversicherung werden. Berücksichtigt wird laut Sozialgesetzbuch (§ 240 Abs. 1 Satz 2 SGB V) »die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit« des freiwilligen Mitglieds. Das kann neben dem Ruhegeld, auch Arbeitseinkommen, Mieteinnahmen, Zinsen und Dividenden umfassen.

Privat krankenversicherte Rentner zahlen Prämien an ihr Versicherungsunternehmen einkommensunabhängig. Der Beitrag richtet sich nach den versicherten Gesundheits- und Pflegerisiken. Ein Zuschuss durch den Rentenversicherungsträger ist möglich.

Wechsel ist möglich

Auch als Rentner kann man in eine andere, möglicherweise günstigere Krankenkasse wechseln. Und unter bestimmten Bedingungen in eine Private Krankenversicherung (PKV) umsteigen. Allerdings dürfte dies im Regelfall teuer werden. Wer jedoch schon privat versichert war - das betrifft jeden zehnten Ü60er - kann und muss dies auch weiterhin tun. »Doch zu Ihrem Beitrag können Sie einen Zuschuss vom Rentenversicherungsträger bekommen«, hat die Deutsche Rentenversicherung in Berlin eine gute Nachricht für Privatversicherte.

Selbst Kassenpatienten können von einem Zuschuss der Rentenversicherung profitieren: Etwa bei einer Zusatzversicherung zur alternativen Heilbehandlung oder für Zahnersatz. Allerdings ist der Abschluss von Zusatzversicherungen im Alter meist kostspielig. Kamen Sie bisher ohne Chefarztbehandlung oder homöopathische Medikamente aus, sollten Sie das auch künftig tun.

Im Einzelnen ist die Sache kompliziert. Wie die Recherche für diesen Beitrag zeigte, sind die Angaben der verschiedenen Akteure auch nicht immer vollständig deckungsgleich.

Hermannus Pfeiffer

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln