Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Blumen des Bösen

Ingolf Bossenz zur möglichen Wiederkehr des Erschießungspelotons in den USA

Baudelaires poetische Bekundung, dass die Dämmerung die Wahnsinnigen in Erregung versetze, findet ihre Bestätigung in der profanen Profession des Henkers. Denn die hoffnungsvolle Dämmerung, die in jüngster Zeit dem Dunkel US-amerikanischer Exekutionspraxis entstieg, lässt auch neue »Blumen des Bösen« (Baudelaire) blühen: Der Senat des Staates Utah stimmte jetzt für die Wiedereinführung des Erschießens als Hinrichtungsmethode. Sollten die nötigen Präparate für die ansonsten angewandte Giftinjektion nicht zu beschaffen sein - da gibt es bekanntlich derzeit Probleme -, könnte für den Delinquenten der Tod nicht aus den Kanülen der Killerapparatur, sondern aus den Läufen der Karabiner des Erschießungspelotons kommen.

Der Vorteil: Ähnlich wie bei der archaischen Praxis der Steinigung (hier könnten die USA von einigen islamischen Staaten lernen) ist beim Erschießungskommando der Anteil des einzelnen Exekutors nicht zu ermitteln. So argumentiert auch der Initiator des Vorstoßes in Utah, der Republikaner Paul Ray, für den das Erschießen humaner ist als das Totspritzen. Nach einer Reihe qualvoller Hinrichtungen beschäftigt sich der Supreme Court im kommenden Monat mit der Verfassungsmäßigkeit der Giftinjektion. Dann könnte - Nicht nur in Utah? - durchaus die Stunde der Pelotons schlagen. Aber wer gibt eigentlich den bisweilen nötigen »Gnadenschuss« ab? Der Gouverneur?

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln