Neue Rekorde und eine alte Rivalität

Bayern München erwartet nach dem 7:0 in der Champions League gegen Donezk ein aufgeladenes Duell in Bremen

  • Von Thomas Häberlein und Thomas Niklaus, München
  • Lesedauer: 3 Min.
Nur kurz kann sich der FC Bayern München an seinem Achtelfinale der Rekorde in der Champions League erfreuen. Vielmehr sorgen Störfeuer aus Bremen für reichlich Gesprächsstoff.

An einem historischen Champions-League-Abend gerieten die Rekorde und die Aussichten auf das Viertelfinale bei Bayern München schnell in den Hintergrund. Vielmehr sorgte nach dem beeindruckenden 7:0 (2:0) gegen Schachtjor Donezk ein Angriff von Werder Bremens Manager Thomas Eichin für reichlich Aufruhr und Diskussionen bei den Münchnern. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportvorstand Matthias Sammer reagierten vor dem Bundesligaduell bei Werder am Samstag mit harscher Kritik und viel Häme. Dies ließ Erinnerungen an die alte Nord-Süd-Rivalität wach werden, an Zeiten, in denen Uli Hoeneß und sein Bremer Erzfeind Willi Lemke ständig und heftig aneinandergeraten waren.

»Wahrscheinlich hat er zwischendurch mal einen Puck an den Kopf bekommen, und das sind die Spätfolgen jetzt«, sagte Sammer über den früheren Kölner Eishockeymanager Eichin. Ganz so polemisch und respektlos wollte Rummenigge nicht werden, aber auch er sprach von »viel Blödsinn, was er da von sich gegeben hat. In der Schule würde ich sagen: In die Ecke und schäm dich!« Eichin hatte behauptet, dass die Unparteiischen die Bayern bevorzugen würden. Für Sammer ein Unding: »Die deutschen Schiedsrichter sollten sich sehr gut merken, was dieser Mann gesagt hat, weil es ja unterschwellig bedeutet, dass sie manipulieren.« Die beste Antwort auf »diesen Rundumschlag« ist laut Rummenigge, »dass wir gewinnen, und das werden wir am Samstag versuchen. Fertig!«

Eichin reagierte indes gelassen und mit Witz. Er habe in der Tat schon einmal einen Puck an den Kopf bekommen und habe am Donnerstag gleich den Vereinsarzt konsultiert, der ihm mitgeteilt habe, »dass es natürlich Folgeschäden geben kann«. Er habe zudem nicht die Bayern, sondern »den ein oder anderen Schiedsrichter kritisiert«. Er bleibe dabei, dass hin und wieder mit »zweierlei Maß« gemessen werde.

Es ist am Samstag für Zündstoff gesorgt. Der souveräne Ligaspitzenreiter reist auf jeden Fall mit breiter Brust zum drittbesten Team der Rückrunde. Das Schützenfest gegen den ukrainischen Meister durch Tore von Thomas Müller (4., Foulelfmeter, 52.), Jerome Boateng (34.), Franck Ribéry (49.), Holger Badstuber (63.), Robert Lewandowski (75.) und Mario Götze (87.) war der höchste Champions-League-Sieg der Münchner. Noch nie ist es zudem einem Klub in der Königsklasse gelungen, zum 14. Mal ins Viertelfinale einzuziehen. Und dass Thomas Müller mit 26 Treffern nun Mario Gomez überholt hat und auch noch deutscher Rekordtorschütze in der Champions League ist, rundete einen gelungenen Münchner Abend ab.

Bisher stehen Titelverteidiger Real Madrid, Paris St. Germain und der FC Porto als mögliche Gegner im Viertelfinale fest. »Egal, wer kommt, wir wollen unbedingt nach Berlin«, sagte Boateng vor dem Viertelfinale am 14./15. und 21./22. April bestimmt. Es sei bekannt, »dass wir hohe Ziele haben«, ergänzte Rummenigge. Das hohe Ziel - es heißt Berlin. Am 6. Juni wird im dortigen Olympiastadion das Finale der Königsklasse ausgetragen, und die Bayern wollen nicht nur dabei sein: Sie wollen es gewinnen. SID/nd

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