Museum ohne Austellung

Die Aufarbeitung des Bürgerkriegs in Peru verläuft nur schleppend - selbst an dafür geplanten Erinnerungsorten

  • Von Knut Henkel, Lima
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Der Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Peru steht im Zeichen der gewalttätigen Vergangenheit. Vor knapp fünfzehn Jahren endete dort ein überaus schmutziger bewaffneter Konflikt.

Sie kommt nur schleppend voran: die Aufarbeitung der Vergangenheit in Peru. 70 000 Opfer forderte der innerperuanische bewaffnete Konflikt allein von 1980 bis 1992. Ihnen soll am »Ort der Erinnerung« in der Hauptstadt Lima gedacht werden. Doch das von Deutschland mitinitiierte und mitfinanzierte Museum steht auch neun Monate nach Bauende noch ohne Ausstellung da. Trotzdem werden Bundespräsident Joachim Gauck und sein peruanischer Amtskollege Ollanta Humala das Museum besuchen - um eine improvisierte Ausstellung zu besichtigen.

Das massive schwarze Metalltor ist offen, ein uniformierter Wachmann mustert aufmerksam die Menschen, die den schmalen beleuchteten Gang zum Fahrstuhl entlanggehen. In der Dämmerung wirkt der Weg, der ins Innere des LUM führt, etwas unheimlich. Die drei Buchstaben stehen für Lugar de Memoria, Tolerancia y Inclusión Social (Ort der Erinnerung, Toleranz und sozialen Teilhabe) und für das jüngste Museum der...


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