Die Demokratie von »Bild«

Tom Strohschneider über eine »Anfrage« an Bundestagsabgeordnete, die Stimmungsmache gegen Griechenland und warum auch Nachrichtenagenturen zum Teil nicht besser sind

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Griechen seien hierzulande immer öfter Beleidigungen ausgesetzt, hat die Sozialdemokratin Sigrid Skarpelis-Sperk dieser Tage beklagt. Die frühere Bundestagsabgeordnete steht der Vereinigung deutsch-griechischer Gesellschaften vor. Die Meldung ist so bestürzend wie erklärbar: Die bisweilen rassistisch aufgeladene, teils von kolonialistischen Tonfallen geprägte, zur politischen Oberlehrerhaftigkeit neigende öffentliche Herabwürdigung »der Griechen« wirkt. Die Melodie, gesungen von Sozialdemokraten und Chefredakteuren ebenso wie von CSU-Kläffern, ist dabei so simpel wie schief: Ein ganzes Land habe über seine Verhältnisse gelebt, die großzügigen Deutschen haben schon genug geholfen - und wenn die Halbstarken in der SYRIZA-geführten Regierung nicht langsam nach der deutschen Pfeife tanzen, dann, ja dann.

Was dann? Dann »läuft gar nichts«, hat jetzt der fälschlich als Sozialdemokrat geltende SPD-Fraktionschef in eine Kerbe gehauen,...

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