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Sulfatbelastung in der Spree steigt an

Wasserbetriebe machen sich Sorgen um Schadstoffe und das Wasserwerk Friedrichshagen

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Umweltschützer schlagen Alarm: Beim Abbau von Braunkohle wird die Spree mit Sulfat belastet. Das könnte auch zum Problem für das Berliner Trinkwasser werden, befürchten die Wasserbetriebe.

Die Entwicklung kommt für die Berliner Wasserbetriebe (BWB) überraschend. »Die Sulfatbelastung ist ein Thema, über das man reden musst«, räumt der Vorsitzende des kommunalen Unternehmens, Jörg Simon, ein. Bis zu 180 Milligramm Sulfat pro Liter wurden jüngst gemessen. Der Grenzwert für Trinkwasser liegt in Deutschland bei 250 Milligramm pro Liter. Vor vier Jahren hatten die Wasserbetriebe noch in einer Studie die Spree untersuchen lassen. Damals kamen die Wasserbetriebe zu dem Ergebnis, dass keine besonderen Belastungen zu erwarten seien.

Umweltschützer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Greenpeace hatten vor kurzem die Qualität des angeblich gereinigten Wassers aus einem von Vattenfall betriebenen Tagebau in Brandenburg untersucht. Trotz einer Reinigungsanlage für das Grubenwasser gelangen offenbar weiter zu hohe Mengen an Sulfaten und Eisenhydroxid in umliegende Gewässer. Vattenfall bezweifelte zwar, dass die Messungen der Umweltschützer korrekt vorgenommen wurden, doch Fakt ist, dass die Schadstoffbelastungen vorhanden sind. Steige die Sulfatbelastung der Spree weiter an, dann reiche die Wasserqualität als Grundlage für die Berliner Trinkwasserherstellung langfristig nicht mehr aus, sagt Winfried Lücking vom BUND Berlin. »Zuviel Sulfat im Trinkwasser führt zu Durchfall und Erbrechen.« An den Übergängen der Spree nach Berlin seien die Grenzwerte fast schon erreicht, so der Umweltschützer.

Für die Wasserbetriebe besteht wegen der Entwicklung die Gefahr, dass eines der größten Wasserwerke des Unternehmens, das in Friedrichshagen, stillgelegt werden müsste. Über eine Million Berliner bekommt aus Friedrichshagen Trinkwasser. »Dann müssen andere Kapazitäten hochgefahren werden«, sagt der Wasserbetriebe-Chef Simon. Außerdem könnte die Verschmutzung durch Zumischung sauberen Trinkwassers gesenkt werden. Eine Technologie, das Spreewasser von Sulfat zu säubern, die auch bezahlbar wäre, gibt es laut Wasserbetrieben allerdings nicht.

Die Sulfatbelastung könnte auch ein Fall für ein Gericht werden. Zwischen den Wasserbetrieben und Vattenfall gibt es bislang keine vertragliche Zusage zu Höchstmengen und Kompensationsregelungen. »Wenn sich das Szenario weiter ergibt, wird das rechtlich geprüft«, sagt Simon. Weil die Trinkwasserverordnung schärfer ist als die für Mineralwasser, müssen sich Verbraucher aber nicht sorgen, meint Simon. »Wenn Sie S. Pellegrino trinken, trinken Sie 400 Milligramm pro Liter.«

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