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Andalusien: Podemos drittstärkste Kraft

Protestbewegung erhält 14,8 Prozent / Iglesias: »Wir werden weiter nach vorn gehen« / In Madrid regierende Konservative erleiden herbe Verluste / Sozialdemokraten der PSOE gewinnen mit 35,4 Prozent / Vereinigte Linke büßt mehr als die Hälfte der Sitze ein

Berlin. Die Partei Podemos ist künftig als drittstärkste Kraft im Regionalparlament im südspanischen Andalusien vertreten. Bei den Wahlen in der bevölkerungsreichsten Provinz Spaniens erreichte die aus den Protestbewegungen gegen die Krisenpolitik und die Kürzungsdiktate hervorgegangene Podemos am Sonntag 14,8 Prozent der Stimmen, wie die Behörden nach der Auszählung von 99,95 Prozent der Stimmzettel mitteilten. »Danke Andalusien«, schrieb der Anführer von Podemos, Pablo Iglesias, im Internetdienst Twitter. Er dankte den Wählern für diesen »ersten Schritt, wir werden weiter nach vorn gehen«. Podemos schickt 15 Parlamentarier.

Andalusien leidet besonders unter der schweren Wirtschaftskrise und kämpft gegen eine hohe Arbeitslosigkeit. Das Abschneiden der Protestpartei wurde daher als Stimmungstest für weitere Wahlen in Spanien in diesem Jahr gewertet. So finden im Herbst etwa Parlamentswahlen statt. Podemos sieht sich als Verbündete der griechischen Linkspartei SYRIZA, die mittlerweile die neue Regierung in Athen anführt.

Wahlsieger wurden wie erwartet die dort regierenden Sozialdemokraten der PSOE mit 35,4 Prozent. Sie entsenden künftig 47 Parlamentarier in das 109 Sitze zählende Regionalparlament. Die regierende konservative Volkspartei (PP) erlitt deutliche Verluste, nachdem sie bei der vergangenen Regionalwahl 2012 noch auf 40 Prozent gekommen war - nun sind es nur noch 26,7 Prozent. Im neuen Regionalparlament ist sie mit 33 Abgeordneten vertreten. Die neue Mitte-rechts-Partei Ciudadanos erhielt aus dem Stand gut neun Prozent der Stimmen und ist voraussichtlich mit ebenso vielen Abgeordneten vertreten.

Die Vereinte Linke (IU), die bisher mit der PSOE eine Koalitionsregierung in Andalusien gebildet hatte, war der große Verlierer der Wahl. Sie büßte mehr als die Hälfte ihrer bisherigen zwölf Sitze ein und kam nur noch auf fünf Mandate.

Die beiden großen politischen Parteien und Experten hatten mit Spannung auf das Ergebnis der neuen Gruppierungen geschaut. Viele Spanier sind mit der Sparpolitik der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy unzufrieden - auch das ist ein Grund für den rasanten Aufstieg von Podemos, die im vergangenen Jahr auf Anhieb ins Europaparlament eingezogen war.

Die Regionalwahl bildete den Auftakt zu einer Serie von Urnengängen in Spanien. Im Mai stehen im ganzen Land Kommunalwahlen an. In den meisten Regionen werden dann auch neue Parlamente gewählt. Im September sind Wahlen in Katalonien geplant. Im Herbst sind die spanischen Parlamentswahlen fällig. Agenturen/nd

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