Felix Bartels 28.03.2015 / Kultur

Der lange Arm von Bitterfeld

E-Books, Selfpublishing, Selbstvermarktung. Wenn die Laienschriftstellerei die Tendenz zeigt, die professionelle zu verschlucken, liegt etwas falsch

Mauern haben Vorzüge. Sie spenden Schatten, geben allerlei Moosen eine Heimat, gewähren Staaten Schutz vor Feinden, schirmen Siedler gegen ihre Nachbarn ab. Vor allem aber gibt es ohne sie keine Mauerblümchen. In der Tundra fühlte sich nicht mal ein Veilchen klein. Ich rede, wie Sie unschwer bemerkt haben, vom Buchmarkt.

Früher nämlich war alles besser. Hat das vor mir schon mal jemand festgestellt? Früher gewiss, denn da war ja alles besser. Wer weiland ein Buch veröffentlichen wollte, musste über eine Mauer klettern. Das war eine mitunter sinnlose Übung, es kam vor, dass ein Lektor weniger gescheit als der Autor war, dass sein Blick vom Zeitgeschmack getrübt wurde, und auch persönliche Neigungen werden eine Rolle gespielt haben. Aber das System hat auf seine stumpfsinnige und blinde Weise funktioniert. Die eigentliche Aufgabe des Lektors war nie, gute Literatur zu erkennen, sondern schlechte zu verhindern. Er musste dazu nic...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: