Zurück im anstrengenden Alltag

Die Berlin Volleys erkämpften im ersten Halbfinalspiel um die deutsche Meisterschaft einen Sieg gegen Düren

Vorbei die Euphorie vom vergangenen Wochenende, als in Berlin ein großes Volleyballfest gefeiert wurde und sich Gastgeber BR Volleys in einem packenden Krimi gegen die polnische Mannschaft Skra Belchatow im Final Four der Champions League, dem wichtigsten Klubturnier der Welt, die Bronzemedaille sicherte. Fast 10 000 begeisterte Zuschauer sahen diese Werbung für den Volleyball.

Am Donnerstagabend waren es 4087 Fans, die den Weg in die Berliner Max-Schmeling-Halle fanden. Und einen recht schwer erkämpften 3:1-Erfolg (25:18, 25:27, 25:21, 25:17) ihrer Mannschaft sahen. Doch bereits vor der Partie hatte Trainer Mark Lebedew die Erwartungen gedämpft: »Hinter uns liegt ein anstrengendes Wochenende. Das war meilenweit von unserem Alltag entfernt. Wir haben innerhalb von 24 Stunden zwei Spiele auf allerhöchstem Niveau absolviert, das kostet viel Energie.«

Nach einem starken ersten Satz war den Volleys dann in Satz zwei der Kräfteverschleiß anzumerken. Zudem machte Düren weniger Fehler, spielte selbstbewusst und unbeschwert auf. Doch mit viel Kampfgeist kamen die Berliner zurück. Und am Ende hatte die Gästemannschaft um den ehemaligen Berliner Jaromir Zachrich nichts mehr entgegenzusetzen. Dürens Trainer Michael Müke lobte sein Team trotzdem: »Anfangs hatten wir Probleme reinzukommen, aber zwischenzeitlich haben wir ganz gut gespielt.« Nun seien sie voll motiviert und freuten sich auf das Heimspiel am Ostersonntag.

Berlins Trainer Mark Lebedew sagte: »Es war heute anstrengend, Alltag ist immer anstrengend.« Doch Volleys-Manager Kaweh Niroomand meinte am Ende entspannt: »Es war die erwartet schwere Partie. Das sind Menschen und keine Maschinen. Das Spiel ist gewonnen, und übermorgen fragt keiner mehr wie. Es spricht eindeutig für die Mannschaft, dass sie bei all diesen Umständen den Sieg nach Hause gefahren hat.«

Der Berliner Mittelblocker Felix Fischer lobte den Gegner: »Düren machte uns schon oft Probleme. Doch wir sind zurückgekommen. Nun heißt es gut ausruhen, vernünftig trainieren, nach Düren fahren und die Punkte mitnehmen.«

Am Ostersonntag findet das zweite Halbfinalspiel der Serie »Best of Five« in Düren statt. Und bereits am nächsten Donnerstag kann der Titelverteidiger aus Berlin im dritten Spiel in der heimischen Max-Schmeling-Halle den Finaleinzug festmachen - sollte er beide Partien gegen Düren siegreich beenden.

Auf dem Weg zum angestrebten vierten Meistertitel in Folge wird der Finalgegner höchstwahrscheinlich ein alter Bekannter sein: VfB Friedrichshafen. Der Serienmeister vergangener Jahre gewann sein erstes Halbfinalspiel gegen die SVG Lüneburg erwartungsgemäß mit 3:0. Aufsteiger Lüneburg, trainiert vom 245-fachen Nationalspieler Stefan Hübner, ist die große Überraschung der Saison: Die Mannschaft spielt nicht nur im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, sondern stand auch in Halle/Westfalen im Pokalfinale. Aber auch da war sie gegen Friedrichshafen chancenlos.

Die powervolleys Düren werden auf jeden Fall mit einem neuen Trainer in die nächste Saison gehen. Der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit Michael Mücke wird nicht verlängert. Mit welchem »Personal« die Berlin Volleys in die neue Saison gehen, darüber wird derzeit viel spekuliert. Viele Verträge laufen aus, auch der von Meistertrainer Mark Lebedew. Die einzigen, die über die Saison hinaus an die Volleys gebunden sind, sind Zuspieler Sebastian Kühner, Libero Erik Shoji und Mittelblocker Thomas Kmet. Manager Kaweh Niroomand betonte allerdings, es gebe keine Vertragsverhandlungen, solange die Saison noch läuft. Es könne durchaus sein, dass nächste Saison dieselbe Mannschaft spielt, vielleicht aber auch mit zehn neuen Spielern, weicht er aus.

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