Teheran reichert Freude an

Einigung im Atomstreit lässt Iraner auf Ende der Sanktionen hoffen

Berlin. Als die Nachricht von der Einigung im Atomstreit in Teheran die Runde machte, strömten Menschenmassen auf die Straßen, um ihrer Freude Ausdruck zu geben. Für die Iraner bietet die Einigung in Lausanne die Hoffnung auf eine Aufhebung der Sanktionen und ein Ende der Isolation ihres Landes.

»Lösungen gefunden. Bereit, sofort mit der Ausarbeitung zu beginnen«, hatte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Donnerstag getwittert. Wenig später trat er in Lausanne zusammen mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini vor die Presse, um die Einzelheiten der Rahmenvereinbarung zu erklären. Am Abend wandte sich in Washington US-Präsident Barack Obama an die Nation, wobei die Ansprache in einem seltenen Schritt live im iranischen Staatsfernsehen übertragen wurde.

Beobachter werteten den Durchbruch als wichtigen Erfolg für den moderaten iranischen Präsidenten Hassan Ruhani und seinen Außenminister Sarif. Zugleich betonten die Experten, dass die Verhandlungen sowie die Vereinbarung von Lausanne nicht ohne die Zustimmung des konservativen geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei möglich gewesen wären, der in Fragen der Außenpolitik das letzte Wort hat. Die Eckpunkte, die am Donnerstagabend nach tage- und nächtelangen Verhandlungen zwischen Iran und der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland im schweizerischen Lausanne vereinbart wurden, sehen weitreichende und langfristige Einschnitte beim iranischen Atomprogramm vor. Im Gegenzug sollen die von UNO, USA und EU verhängten Sanktionen schrittweise aufgehoben werden.

Zugleich stellten die Verhandlungspartner aber klar, dass die Sanktionen sofort wieder in Kraft treten können, sollte Iran gegen die Regeln verstoßen. Agenturen/nd Seite 7

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