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Mit müden Knochen in die WM-Vorbereitung

Bundestrainerin Silvia Neid muss vor dem Länderspiel gegen die Brasilianerinnen auf die halbe Mannschaft verzichten

Zwei Monate vor der WM in Kanada läuft es für die deutschen Fußballerinnen in der Vorbereitung nicht nach Plan. Am Mittwoch steht bereits der vorletzte WM-Test auf dem Programm - gegen Brasilien.

Von Jana Lange, Fürth

Mehr als ein Dutzend Spielerinnen verletzt, Diskussionen um die Wachablösung auf der Trainerbank und die Zeit bis zum Abflug nach Kanada verrinnt: Weniger als zwei Monate vor WM-Beginn kämpfen die deutschen Fußballerinnen bei der Feinjustierung mit viel Sand im Getriebe. »Die halbe Mannschaft ist weg«, kommentierte Nadine Angerer die Verletzungsmisere - mit einem Augenzwinkern zwar, doch die Spielführerin hat recht. Vor dem vorletzten Härtetest an diesem Mittwoch in Fürth gegen Brasilien verließen sieben Spielerinnen mit meist kleinen Blessuren das Trainingslager in Herzogenaurach. Schon zuvor mussten Lena Goeßling und Leonie Maier passen. Nimmt man die Langzeitverletzten um Weltfußballerin Nadine Keßler hinzu, fehlen Silvia Neid derzeit 13 Spielerinnen.

Die ursprüngliche Trainingsplanung musste die Bundestrainerin aufgrund von vielen »müden Spielerinnen« entschärfen: »Wir haben ein bisschen improvisiert, uns auf die Spielerinnen eingestellt, denen man die vielen Spiele in den Knochen angemerkt hat.« Neid, die Anna Blässe, Svenja Huth, Katharina Baunach und Meike Kämper nachnominierte, hatte in der Vorwoche für die lautesten Nebengeräusche gesorgt, als sie ihren Abschied für 2016 ankündigte. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) präsentierte sogleich DFB-Direktorin Steffi Jones als Nachfolgerin und stieß mit dieser Entscheidung auf viel Skepsis.

Die Spielerinnen können vier Jahre nach dem Viertelfinalaus bei der Heim-WM keine Ablenkung gebrauchen. »Ich konzentriere mich jetzt auf die WM, wir bereiten uns mit Silvia Neid vor, warum sollte ich da über Steffi Jones nachdenken?«, fragte Angerer genervt. Stürmerin Anja Mittag ist da diplomatischer: »Ich war wie viele überrascht, dass es Steffi Jones wird. Aber das wird für sie eine coole Aufgabe, alle Spielerinnen werden ihr helfen.« Neid, seit 2005 Cheftrainerin, wirkt laut Angerer jedenfalls »total gelassen, fokussiert und motiviert«. Und Angreiferin Alexandra Popp will Neid nun »den Abschied versüßen.« So gab es auch gute Nachrichten für Noch-Bundestrainerin. Innenverteidigerin Saskia Bartusiak kehrte zehn Monate nach ihrem Kreuzbandriss wieder in den Kader zurück, jedoch ohne eine Minute in der Bundesliga gespielt zu haben.

Gegen Brasilien soll der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister an die »gute Leistung im Spiel beim Algarve Cup anknüpfen«, forderte Neid. Auf dem Weg zum dritten Platz bei der »Mini-WM« im März überzeugte die DFB-Auswahl beim 3:1 gegen den WM-Mitfavoriten um die fünfmalige Weltfußballerin Marta.

Nach dem Test in Fürth geht es in den Saisonendspurt, ehe das finale WM-Trainingslager am 18. Mai in der Schweiz beginnt. »Wir müssen dann schauen, welche Spielerinnen fit sind für die heiße Phase«, sagte Neid. Neun Tage später steht dort die Generalprobe auf dem WM-Belag Kunstrasen an, am 31. Mai fliegt der DFB-Tross nach Kanada. Bei der Endrunde trifft Deutschland in der Vorrunde auf die Elfenbeinküste, Norwegen und Thailand. SID/nd

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