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Bedroht

CDU-Landrat Götz Ulrich hat unter Neonazis viele Feinde.

Götz Ulrich macht sich Sorgen um seine Sicherheit und die seiner Familie. In den letzten Tagen hatte der Landrat des Burgenlandkreises zahlreiche Drohungen per E-Mail erhalten. Die Verfasser wollen Ängste unter Politikern schüren, die für Regionen zuständig sind, in denen Flüchtlinge aufgenommen werden. In diesem Fall geht es um das sachsen-anhaltische Tröglitz. Doch der CDU-Politiker Ulrich, der inzwischen von der Polizei beschützt wird, hat erklärt, dass wie geplant 40 Schutzsuchende in den Ort kommen können. Zu welchem Zeitpunkt diese Zahl an Flüchtlingen erreicht sein wird, ist allerdings fraglich, nachdem auf das geplante Flüchtlingsheim ein Brandanschlag verübt wurde.

Obwohl er nun selber ein Opfer der Nazis geworden ist, muss auch Ulrichs Rolle kritisch hinterfragt werden. Dass Rechte in Tröglitz Angst und Schrecken verbreiten können, hat nämlich eine Vorgeschichte. Bei einem Blick auf die Website von Ulrich erhält man aber den Eindruck, als ob die Naziszene in der Region lange kein großes Thema gewesen wäre. Der in Naumburg (Saale) geborene Jurist widmete sich vielmehr eher seichten Themen wie der Sanierung eines Bismarckturms, Gesprächen mit Landwirten und touristischen Entwicklungen. Dabei ist das rechte Problem seit Jahren auch für Ulrich im Burgenländer Kreistag unübersehbar. Die NPD stellt hier drei Vertreter.

Nach dem Rücktritt des ebenfalls von Nazis bedrohten Bürgermeisters von Tröglitz, Markus Nierth, geriet das Thema in den Fokus der Medien. Ulrich musste darauf reagieren und brachte sein »Bedauern über die aktuellen Geschehnisse in der Gemeinde Tröglitz zum Ausdruck«. Bei einer Feier anlässlich von Einbürgerungen im Landratsamt erklärte der 45-Jährige, er wolle den Burgendlandkreis »als einen Ort der Integration und der Chancengleichheit repräsentieren«. Dieses vorsichtig formulierte Statement gegen den Naziterror kam reichlich spät. Den Flüchtlingen, die bald nach Tröglitz kommen dürften, wird das wohl nicht mehr helfen. Für ihre Sicherheit kann niemand vollständig garantieren.

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