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Nein, sagt Ralf Köpke, mit solch einem emotionalen Echo habe er nicht gerechnet. Auf all die Medienberichte gebe es eine Fülle von Leserkommentaren und nach wie vor registriere er auch eine Menge E-Mails und Einträge in seinem Facebook-Profil. »Zwei Drittel der Menschen reagieren ausgesprochen positiv, ein Drittel ist hasserfüllt, dazwischen gibt es nichts«, resümiert der ehrenamtliche Vorsitzende des DGB Krefeld. Eine Woche, nachdem Köpke öffentlich machte, dass er Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis nach Krefeld eingeladen hatte, tobt die Debatte weiter: Darf der Grieche auf der 1.-Mai-Kundgebung in Krefeld reden? Und ist es realistisch, dass der linke »Popstar« in die 220 000-Einwohner-Stadt kommt? Der »Sturm der Entrüstung« beschäftigt Medien von »Bild«-Zeitung bis »Extra Tipp Krefeld«.

»Viele hassen Varoufakis, ein Teil der Medien hat ganze Arbeit geleistet«, sagt Köpke. Die »symbolische Einladung« sprach der Vater dreier Töchter nach der Jauchschen »Stinkefinger«-Sendung aus. Dies geschah als »Zeichen gegen den ausufernden Populismus und eine nicht mehr erträgliche Hetze«, wie ihn - Achtung: subversive Glanzleistung! - nun ausgerechnet »Bild« zitiert.

Ralf Köpke wurde im selben Jahr wie Varoufakis geboren, allerdings nicht im Schatten der Akropolis, sondern der Zeche »Rheinpreußen« im niederrheinischen Moers. Die SPD verließ er 1979 im Zorn. Seitdem parteilos, engagierte Köpke sich gegen den »Schnellen Brüter« im benachbarten Kalkar. Mitte der 1980er Jahre gründete er das Moerser Arbeitslosenzentrum mit, arbeitete dort viele Jahre als Sozialberater. Seit 2012 verdient Köpke seinen Unterhalt als Gewerkschaftssekretär der IG Metall Krefeld. Seine Leidenschaft aber blieb der Fußball. Er ist Fan der Fortuna aus Düsseldorf, kickt in der Altherren-Mannschaft des GSV Moers, »obwohl ich schon 54 bin«.

Noch wartet Köpke auf eine Antwort aus Athen, und zwar zunehmend auf heißen Kohlen sitzend: Er will den Medien endlich sagen können, ob er Varoufakis begrüßen darf.

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