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Mondpreise

Silvia Ottow über eine neue Arznei und deren exorbitante Kosten

Spätestens seit der Debatte um das neue Medikament gegen chronische Hepatitis C, Sovaldi, wissen wir, dass in der Medizin guter Rat in Form einer hilfreichen Arznei oft ganz besonders teuer ist. Warum, das könnten die Hersteller sicher ziemlich genau sagen. Sie tun es aber nicht. Und weil sie ihr Wissen darüber nicht mit der Öffentlichkeit teilen, entstand schon bei den Behandlungskosten für eine Hepatitis von 60 000 Euro die Frage, ob solche Mondpreise, wie man sie in der Branche nennt, gerechtfertigt sind. Freilich blieb die Frage ohne Antwort und das wird vermutlich auch bei Glybera so sein, einem gentechnisch hergestellten Mittel gegen eine seltene Erbkrankheit, bei dem für eine Therapie über eine Million Euro auf der Rechnung stehen sollen. In Deutschland heißt dies: Die Versichertengemeinschaft wird zur Kasse gebeten. Nun könnte man sagen, die Patienten mit dieser Diagnose kann man vermutlich an einer Hand abzählen, da könnte die gesetzliche Krankenversicherung großzügig sein. Doch es geht im Fall Glybera eben nicht nur um diesen speziellen Gendefekt.

Immer größere Summen für eine Arznei im ersten Jahr nach ihrem Markteintritt zu fordern, hat Methode. Erstens gibt es in dieser Zeit keine Kontrolle, Firmen dürfen verlangen, was sie wollen - gesetzlich freundlicherweise von der Politik genehmigt. Zweitens handelt es sich hier um eine Premiere für ein Gentechnik-Medikament. Je teurer man das verkauft, desto mehr Geld kann man für ähnliche Mittel verlangen, die folgen werden.

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