GdL kündigt neue Streiks bei Bahn an

Verhandlungen erneut gescheitert / Streikbeginn und -ort noch unklar

Berlin. Es ist ein zähes Geschäft. In dieser Woche wollen die Mitglieder der Gewerkschaft der Lokführer (GdL) wieder streiken. Das beschloss der Vorstand der GdL am Sonntag. Zuvor hatte die GdL die nach vier Streikrunden wieder aufgenommenen Tarifgespräche mit der Deutschen Bahn erneut für gescheitert erklärt. In dem seit 2014 andauernden Tarifstreit geht es um mehr Geld, weniger Arbeit und um die Ausweitung des Einflussbereiches der GdL im Unternehmen: Die Gewerkschaft will künftig auch Tarifverträge für Zugbegleiter, Lokrangierführer sowie das Personal in Bordrestaurants abschließen. Doch das macht bislang die DGB-Eisenbahnergewerkschaft EVG.

Der Grund für das erneute Scheitern der Gespräche ist laut der GdL der Unwillen der Bahn, die Lokrangierführer ebenso zu behandeln wie Lokführer im Personenverkehr. Die Bahn wolle die GdL »zwingen, die Lokrangierführer als billigen Jakob im Tarifvertrag zu verankern«, sagte GdL-Chef Claus Weselsky nach dem Scheitern der Verhandlungen am Freitagabend. Bei den Punkten Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung und der Ausweitung der GdL-Zuständigkeit hatte sich das Unternehmen im Februar bewegt und Zugeständnisse gemacht, nachdem die Gewerkschaft mit einem 100-stündigen Streik gedroht hatte. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber rief die GdL-Spitze zu neuen Verhandlungen auf. In der »Bild am Sonntag« äußerte er Unverständnis für den Verhandlungskurs der GdL. Dass man kurz vor einem Abschluss gestanden habe, hatte Weselsky indes energisch zurückgewiesen.

Wann genau der kommende Streik beginnt, will die GdL »rechtzeitig« mitteilen, hieß es. In der Vergangenheit hatte sich die Gewerkschaft an eine selbst gesetzte 24-Stunden-Frist gehalten. jme/mit Agenturen

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