Wir haben zu wenig dagegen getan

Tom Strohschneider über die tödliche Festung Europa, einen mordenden Kontinent und die moralischen Grenzen unseres bequemen Lebens

  • Von Tom Strohschneider
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Das Schlimmste ist, dass so viele Menschen gestorben sind. Schon wieder. Inzwischen ist die Zahl der Opfer des europäischen Grenzregimes auf fast 30 000 gestiegen.

Das Zweitschlimmste sind die Routinen, mit denen wir darauf reagieren. Medien machen Schlagzeilen, Politiker empören sich, Abänderung wird versprochen. Doch es geschieht nichts. Auch wir, die wir uns solidarisch an der Seite derer sehen, die vor Not und Krieg fliehen und die an der Festung Europa zugrunde gehen, müssen uns an Tagen wie diesem fragen, ob das, was wie eine Haltung aussieht, nicht doch in Wahrheit eine Zuschauerrolle ist, die zu überwinden wir vielleicht nicht mutig genug waren in unserem doch recht bequemen Leben.

Dieses Europa bringt Menschen um. Tausende. Es mauert sich ein und nimmt den Tod so vieler Menschen...

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