Werbung

Teufel, komm raus

Ingolf Bossenz über eine Exorzismus-Tagung in Rom

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

An der Frage, warum Gott das Böse zulässt, arbeiten sich Theologen seit Jahrhunderten ab, ohne zu einem schlüssigen Ergebnis zu kommen. Immerhin gibt es für Hardcore-Hirten ein Verfahren, wenigstens im Individualfall das Böse zu lokalisieren, zu identifizieren und zu exterminieren. Der US-Horrorfilm »The Exorzist« hat diese Prozedur fest in das Populärwissen der Postmoderne eingeschreint. Ein Kongress an der katholischen Universität Regina Apostolorum in Rom machte indes wieder einmal klar, dass sogenannte Teufelsaustreibungen sehr wenig mit Hollywoods heiligem Geist zu tun haben. Aus religiösen Anrufungen und psychologischen Aufrichtungen entsteht ein weitgehend profanes Amalgam, das die »Besessenen« von ihren fatalen Vorstellungen befreien soll. Ein nicht ungefährliches Prozedere, weshalb in Sachen Exorzismus immer wieder an den Tod der 23-jährigen Anneliese Michel 1976 in Bayern erinnert wird.

Die Tagung in Rom mit 200 Teilnehmern aus aller Welt ist mithin der Versuch, dem archaischen Ritus, der sich bis zu den Dämonenaustreibungen der Frühzeit des Menschen zurückverfolgen lässt, ein Mindestmaß an Professionalität beizugeben. Immerhin gibt es in Deutschland laut Schätzungen täglich mehrere Exorzismen. Und ein Papst, der überzeugt ist, dass »der Teufel existiert«, dürften auch dessen Widersacher stärken.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!