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Teufel, komm raus

Ingolf Bossenz über eine Exorzismus-Tagung in Rom

An der Frage, warum Gott das Böse zulässt, arbeiten sich Theologen seit Jahrhunderten ab, ohne zu einem schlüssigen Ergebnis zu kommen. Immerhin gibt es für Hardcore-Hirten ein Verfahren, wenigstens im Individualfall das Böse zu lokalisieren, zu identifizieren und zu exterminieren. Der US-Horrorfilm »The Exorzist« hat diese Prozedur fest in das Populärwissen der Postmoderne eingeschreint. Ein Kongress an der katholischen Universität Regina Apostolorum in Rom machte indes wieder einmal klar, dass sogenannte Teufelsaustreibungen sehr wenig mit Hollywoods heiligem Geist zu tun haben. Aus religiösen Anrufungen und psychologischen Aufrichtungen entsteht ein weitgehend profanes Amalgam, das die »Besessenen« von ihren fatalen Vorstellungen befreien soll. Ein nicht ungefährliches Prozedere, weshalb in Sachen Exorzismus immer wieder an den Tod der 23-jährigen Anneliese Michel 1976 in Bayern erinnert wird.

Die Tagung in Rom mit 200 Teilnehmern aus aller Welt ist mithin der Versuch, dem archaischen Ritus, der sich bis zu den Dämonenaustreibungen der Frühzeit des Menschen zurückverfolgen lässt, ein Mindestmaß an Professionalität beizugeben. Immerhin gibt es in Deutschland laut Schätzungen täglich mehrere Exorzismen. Und ein Papst, der überzeugt ist, dass »der Teufel existiert«, dürften auch dessen Widersacher stärken.

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