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Verbrechen eines Verbündeten

Georg Fülberth über den Völkermord an den Armeniern und den deutschen Umgang damit

  • Von Georg Fülberth
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Über den Völkermord der osmanischen Regierung an den Armenierinnen und Armeniern im Ersten Weltkrieg war die Führung des Deutschen Reiches informiert. Sie schritt nicht dagegen ein. Es handelte sich um die Tat eines Waffenbruders, dem man nicht in den Arm fallen mochte.

Zur Erklärung reicht das aber nicht völlig aus. Schon in den vorangegangenen Jahrzehnten hatten sich in Europa »Pan-Bewegungen« ausgebreitet, die die Neuordnung des Kontinents nach »völkischen« Gesichtspunkten und die Herstellung ethnisch homogener Staaten forderten. Völkermord gehörte noch nicht zu den von ihnen offiziell propagierten Mitteln. Der Erste Weltkrieg aber hatte ohnehin eine Zerstörung bis dahin gültiger Normen mit sich gebracht, so dass unter den Gräueln (darunter der Einsatz von Giftgas im Feld) oft nicht mehr unterschieden wurde. Hier aber handelte es sich nicht um eine Aktion gegen Soldaten, sondern gegen Zivilistinnen und Zivilisten. Wer stolz...


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