»Görli« als Tabuzone für Schwarze?

Opferberatung berichtet über Verschärfung rassistischer Polizeikontrollen

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Seit 31. März gilt im und um den Görlitzer Park eine »Null-Toleranz-Politik« gegen Drogenkriminalität. In ihrer ersten Zwischenbilanz bewerten zwei linke Kampagnen die Strategie als rassistisch.

Er musste sogar seine Hose ausziehen. Mitten auf der Straße. Am helllichten Tag. Alles nahmen sie ihm weg: Ausweis, Handy, selbst sein Portemonnaie samt Inhalt. Auf seine Frage, warum er gerade so unsanft kontrolliert werde, reagierten die Gesetzeshüter nicht. Auf die Frage wiederum, warum sie sein Geld beschlagnahme, antwortete die diensthabende Polizistin lapidar: »Die Kohle stammt vom Drogendealen. Alle Afrikaner hier sind Drogendealer.«

Glaubt man Biplap Basu von der »Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt« (KOP), dann ist diese kafkaeske Situation, von der ein Kameruner berichtet, keine Ausnahme. Weder in Kreuzberg, wo dem Mann das Erlebnis widerfuhr, noch in Neukölln oder im Wedding. »Diese Stadtteile«, konstatiert Basu, »haben sich zu Brennpunkten rassistischer Polizeikontrollen entwickelt.« Besonders in dem Areal rund um den Görlitzer Park in Kreuzberg sei seit einigen Wochen eine massive Polizeipräsenz festzus...

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