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Partymüll im Buddelkasten

Auch im Nordosten kostet Vandalismus auf Spielplätzen den Kommunen oftmals viel Geld

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Spielplätze sind auch im Nordosten in Ermangelung von Alternativen oft der einzige Treffpunkt für junge Leute. Kommunen beklagen zunehmenden Vandalismus, die Beseitigung der Schäden ist teuer.

Schwerin. Das kleine Abenteuer liegt fast vor der Haustür. Allen elektronischen Verlockungen zum Trotz gelten Spielplätze noch immer als beliebter Treffpunkt für Jungs und Mädchen nach Schulschluss. Mütter machen auf Spaziergängen mit Kleinkindern ebenfalls gern dort Halt. Mit jedem Sonnenstrahl wird der Zulauf größer. Doch auch für Halbwüchsige scheinen mache dieser Plätze magische Anziehungskraft auszuüben. Was sie aber dort oft hinterlassen und in jugendlichem Übermut mitunter anrichten, das verärgert junge Familien und belastet die Kommunalkassen. Ungeachtet fortwährender Appelle und regelmäßiger Kontrollen bleibt Vandalismus auf Spielplätzen ein Thema, wie eine dpa-Umfrage ergab. Doch auch der nötige Geräteersatz nach normalem Verschleiß ist ein Kostenfaktor.

»Immer wieder klagen Kommunen über Zigarettenkippen und Flaschen in den Sandgruben oder angekokelte und demolierte Klettergerüste. Zusätzliche Reinigungen, Reparaturen und Ersatz verursachen natürlich Extrakosten«, beschreibt Klaus-Michael Glaser vom Städte- und Gemeindetag die finanziellen Folgen für die Kommunen. Eine landesweite Zunahme solcher Fälle sei aber nicht zu verzeichnen. Vielfach seien Spielplätze - wie auch Bushaltestellen - in Ermangelung von Alternativen der einzige Treffpunkt für junge Leute. »Ein Spielplatz wird dann auch schon mal multifunktional genutzt«, meint Glaser. Vielerorts hätten zusätzliche Abfallbehälter am Spielplatzrand schon dazu geführt, dass weniger Müll im Sand landet.

Auch in Rostock seien bei den wöchentlichen Kontrollen die Spuren von Vandalismus kaum zu übersehen. »Da werden sogar Edelstahlketten von Spielgeräten abgebaut. Und auch Graffiti sind ein ewiges Ärgernis«, berichtet Christine Kursawe, die in der Hansestadt Verantwortung für 236 Spielplätze trägt. 240 000 Euro seien jährlich für Unterhalt und Baumaßnahmen eingeplant. Zur Kostendämpfung würden mehr Spielgeräte aus Stahl und Kunststoff aufgestellt. »Die sind meist langlebiger und im Unterhalt preiswerter als Anlagen aus Holz«, sagt Kursawe.

In der Landeshauptstadt Schwerin werden die von Randalierern auf Spielplätzen verursachten Kosten auf knapp 10 000 Euro im Jahr geschätzt. Das ist ein Zehntel der für die Sanierung von Spielplätzen und den Austausch von Wippen, Rutschen und Klettergerüsten vorgesehenen Mittel. Ein Trupp von vier Mitarbeitern kontrolliere regelmäßig die 78 öffentlichen Spielplätze und der stadteigene Havariedienst erledige kleinere Reparaturen rasch, sagte Sabine Könn von der Stadtverwaltung.

90 000 Euro im Jahr lässt sich Neubrandenburg die regelmäßige Kon-trolle durch geschulte Spielplatzkontrolleure kosten, um so auch die Sicherheit für spielende Kinder zu gewährleisten. Das ist fast so viel wie die Stadt für Pflege- sowie Instandhaltungskosten einplant. Neubrandenburg habe 94 öffentliche Spielplätze mit einer Gesamtfläche von 180 000 Quadratmetern. Wie Sprecherin Kathleen Bötel weiter hervorhebt, verfüge die Stadt damit über durchschnittlich 2,8 Quadratmeter Spielplatzfläche je Einwohner, fast doppelt so viel, wie der Goldene Plan der Deutschen Olympischen Gesellschaft empfehle.

Nach den Erfahrungen des Bundesverbandes der Spielplatzgeräte- und Freizeitanlagen-Hersteller in Ratingen reagieren viele Städte auf vermehrte Vandalismusfälle mit dem verstärkten Einsatz von Stahlspielgeräten. Im Allgemeinen aber werde der Kombination von Holz- und Stahlgeräten wegen unterschiedlichster Gestaltungsmöglichkeiten weiterhin der Vorzug gegeben, wie Verbandssprecher Gerold Gubitz sagte. Doch gebe es gerade in Kommunen mit starker Abwanderung auch den Trend, Spielplätze gerade noch so zu erhalten oder gar abzubauen. In Küstenregionen etwa setze man darauf, dass Hotels und Gastronomie das Angebot an Spielflächen mit abdecken. dpa/nd

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