Werbung

»Berlin, wir kommen«

Nach dem verrückten Halbfinale in München ist ein Happy End für Jürgen Klopp möglich

  • Von Klaus Bergmann und Christian Kunz, München
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Jürgen Klopp ist mit Borussia Dortmund noch mal »voll drin«. Nach sieben gemeinsamen Jahren soll das Pokalfinale in Berlin zum emotionalen Happy End werden. Der Held von München ist der Torwart.

Lautstark wurde Jürgen Klopp mit Sprechchören gefeiert, als er nach Mitternacht als Triumphator die Münchner Arena verließ und zum Dortmunder Mannschaftsbus schritt. »Das war ein ganz, ganz großer Abend«, schwärmte der 47-jährige Trainer. 2:0 siegte die Borussia in einem verrückten Elfmeterschießen mit vier Münchner Fehlschützen. »Wenn alle Spieler mit ihren Kräften am Ende sind, kommt so ein Ergebnis zustande«, sagte Klopp; 1:1 hatte es nach 120 Minuten gestanden.

Es war ein Fußballabend, der in die Pokalhistorie eingehen wird. Und er bescherte Klopp ein großes Abschiedsspiel mit dem BVB am 30. Mai in Berlin, in dem er sich den Traum von einer finalen Jubelfahrt mit dem »Pott« über den Dortmunder Borsigplatz erfüllen will.

Plötzlich könnte eine Katastrophensaison doch noch eine andere Gesamtbewertung erfahren. Diesen Stimmungsumschwung lebten auch Klopps Spieler aus. Ausgelassen tanzten sie um Torhüter Mitch Langerak, den Helden des Spiels, nach dem vierten und letzten verschossenen Bayern-Elfmeter von Manuel Neuer in den schnell übergestreiften gelben T-Shirts mit dem Aufdruck »Berlin, wir kommen« über den Rasen. Der BVB hatte in einem Spiel, das lange verloren schien, ein erstaunliches Comeback bewerkstelligt. »Bis zur 70. Minute war das Beste, dass wir nur 0:1 hinten lagen«, gestand Sportdirektor Michael Zorc. Klopp hatte seine Mannschaft in der Halbzeitpause aufgefordert, sich zu wehren: »Hier hat die ganze Welt schon verloren. Hier kann man untergehen, das ist Porto passiert. Aber wenn wir untergehen, dann mit fliegenden Fahnen«, appellierte er.

Mit der Einwechslung von Henrich Mchitarjan führte der Trainer die Wende selbst mit herbei. Der Armenier bereitete das 1:1 von Pierre-Emerick Aubameyang (75.) vor.

Ohne den überragenden Torhüter Langerak hätte sich die Borussia nach Gelb-Rot für Kevin Kampl (108. Minute) kaum ins Elfmeterschießen gerettet. Langerak (26) wehrte einen Kopfball von Bastian Schweinsteiger (114.) herausragend ab. Später parierte der Australier auch noch einen Elfmeter von Mario Götze.

»Heute war ein toller Tag für uns Tag - und auch für mich«, erklärte Langerak. Großes Glück hatte der Pokalheld aber auch, dass sein Einsatz im Zweikampf mit Bayern-Torschütze Robert Lewandowski, der sich dabei Oberkiefer und Nasenbein brach, nicht mit Elfmeter geahndet wurde. Wie lange der Pole ausfallen wird, steht noch nicht fest. Klar ist hingegen, das Arjen Robben mit Muskelfaserriss bis Saisonende ausfällt.

Die Borussia indes ist zurück im Kampfmodus. Schon im Ligaendspurt soll noch die Europa League klargemacht werden, das Happy End dann aber in Berlin gelingen. dpa

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen