Sa naschu pobjedu

Die Odyssee der Tamara Ischtschenko

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Ein alter Zeitungsartikel und ein alter Film sind der Ansporn. Wir suchen in der Gedenkstätte Ravensbrück nach Tamara Dimitrowna Ischtschenko aus Rostow am Don. Eine Gruppe älterer Frauen, die sich in Russisch unterhalten, verheißt Auskunft. »Tamara Ischtschenko? Njet, ne snaju«, bedauert die von uns angesprochene kleine Frau mit runzligem, gütigem Gesicht. Sie ist Ukrainerin. Wira Wassiljewna Komissarenko aus Dnjepropetrowsk, Jahrgang 1925, möchte uns aber gern ihre Geschichte erzählen.

Im Juni 1942 wurde sie von den Deutschen ins Frauenkonzentrationslager nach Ravensbrück verschleppt, musste drei Jahre Zwangsarbeit leisten und wurde Ende April 1945 auf Todesmarsch getrieben. Ihre bittere Enttäuschung über das Internationale Rote Kreuz, das kurz zuvor mit zwei Autobussen ins Lager kam, »aber uns Ukrainerinnen und Russinnen nicht, sondern nur Westeuropäerinnen mitnahm«, ist ihr noch heute anzumerken. Im September 1945 wieder dahei...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.