Kühle Ästhetik des Schreckens

Das neue NS-Dokumentationszentrum in München bleibt hinter den eigenen Ansprüchen zurück

  • Von Gerhard Armanski
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

München scheute lange die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte als »Hauptstadt der Bewegung«. 70 Jahre nach Kriegsende soll sich das nun ändern.

Mit einem Festakt ist am Donnerstag das NS-Dokumentationszentrum in München eröffnet worden - auf den Tag genau 70 Jahre nach der Befreiung der Stadt von den Nationalsozialisten durch die US-Armee. Bei der Veranstaltung im Münchner Amerikahaus unweit des Dokumentationszentrums hob Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Bedeutung der Erinnerung für eine demokratische Gesellschaft hervor. »Freiheit und Demokratie brauchen Erinnerung«, sagte Seehofer. Draußen demonstrierten laut Polizei zehn Rechtsextreme gegen das Zentrum. Zugleich versammelten sich bis zu 150 Gegendemonstranten. Das Dokumentationszentrum am Königsplatz soll vor allem mit Fotografien, Filmen, Dokumenten und Texten die besondere Rolle Münchens für den Nationalsozialismus als »Hauptstadt der Bewegung« dokumentieren.

Die Erinnerungsstätte war lange überfällig. Nun gibt es sie endlich in Form eines Kubus aus hellem Sichtbeton mit breiten Fensterfluchten - mitten i...

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