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Die Unsichtbaren

  • Von Peter Kirschey
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Noch vier Tage bis zur Berliner Wahl: Sie sind mitten unter uns. Man erkennt sie nicht, und sie geben sich auch nicht zu erkennen. Dabei ist jeder dritte Wahlbürger ein solcher - ein Nichtwähler. In Zahlen: Rund 800 000 Berliner - nimmt man die letzte Wahlbeteiligung 2001 zur Grundlage - verweigern sich dem Abstimmungsritual. Aus Desinteresse, aus Verärgerung, aus bewusster Ablehnung der bürgerlichen Spielregeln. Würde es die Partei der Nichtwähler geben, sie wäre mit Abstand die stärkste Kraft im Parlament und könnte unter Umständen allein regieren, die traditionelle Farbenlehre wäre außer Kraft gesetzt. Zum Vergleich: Die SPD als stärkste Partei erhielt bei der letzten Wahl 481 000 Stimmen, die CDU 385 000 und die PDS 366 000. Nichtwähler sind eine Macht Die Politiker appellieren: Geht zur Wahl, Nichtwählen stärkt die Extremisten und reduziert den eigenen Einfluss auf das politische Geschehen. Sehr überzeugend sind die Argumente nicht, denn zunächst will jeder, dass das Kreuz bei seiner Partei gemacht wird und nicht irgendwohin. Was die politische Einflussnahme betrifft, so ist sie ohnehin sehr begrenzt, denn mit der Stimmabgabe delegiert man ja seinen Willen auf den gewählten Parlamentarier. Aber es gibt ja noch eine Gruppe. Die, die sich noch nicht entschieden hat, wo sie ankreuzen wird, die erst in der Wahlkabine weiß, was sie will, die immer größer werdende Gemeinde der Spontan- und Wechselwähler - sage und schreibe 40 Prozent des Berliner Wahlvolkes. Auf die setzen die Parteien nun ihre ganze Hoffnung. Und würde es die CDU schaffen, hier fette Beute zu machen, der nächste Regierende Bürgermeister hieße, allen Progno...

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