Werbung

Jemen bittet UN um Bodenoffensive gegen Huthi-Rebellen

US-Außenminister und UN-Vermittler zu Gesprächen in Saudi-Arabien

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Riad. Angesichts der eskalierenden Gewalt im Jemen hat die Regierung die internationale Gemeinschaft um den Einsatz von Bodentruppen gebeten. Dies sei nötig, »um den Jemen zu retten«, hieß es am Mittwoch in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat. Im Bemühen um ein Ende der Gewalt standen am Donnerstag in Saudi-Arabien Gespräche mit US-Außenminister John Kerry und UN-Sondervermittler Ismail Ould Cheikh Ahmed an.

»Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, schnell mit Bodentruppen einzugreifen, um den Jemen zu retten, besonders Aden und Tais«, heißt es in dem Brief der jemenitischen UN-Vertretung an die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats. Die Huthi-Rebellen nähmen »alles ins Visier, was sich in in der Stadt Aden bewegt«. Die jemenitische Regierung werde daher keine Mühen scheuen, um die Verantwortlichen wegen Kriegsverbrechen vor internationale Gerichte zu bringen. Internationale Menschenrechtsorganisationen wurden in dem Schreiben aufgerufen, »diese barbarischen Rechtsverstöße gegen eine wehrlose Bevölkerung zu dokumentieren«.

Am Mittwoch waren Dutzende Zivilisten vor den Kämpfen in der südjemenitischen Hafenstadt Aden aufs Meer geflohen und dort durch Granatfeuer getötet worden. Wie ein Vertreter der Gesundheitsbehörde von Aden mitteilte, wurden 32 Tote und 67 Verletzte in die Krankenhäuser der Stadt eingeliefert. Der Beamte machte für den Beschuss schiitische Huthi-Rebellen verantwortlich. Ein Sprecher der regierungstreuen Volkskomitees warf den Huthis ein »Massaker an dutzenden Zivilisten« vor.

Bei weiteren Kämpfen gab es nach Krankenhausangaben mindestens acht Tote und etwa hundert Verletzte. Durch Beschuss aus dem Jemen starben in der saudiarabischen Grenzstadt Nadschran nach Angaben des Zivilschutzes vier Zivilisten und ein Gefängniswärter.

Im Jemen liefern sich Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Saudi-Arabien und verbündete arabische Staaten begannen daher Ende März, Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen der Huthi-Rebellen im Jemen zu fliegen.

US-Außenminister Kerry traf am Mittwoch in Riad ein, wo er zunächst mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Najef sprach. Am Donnerstag stand ein Treffen mit König Salman auf dem Programm. Dabei wollte Kerry die Möglichkeit einer »humanitären Pause« beim Militäreinsatz in Jemen ausloten. Auch der UN-Gesandte Cheikh Ahmed sollte am Donnerstag in Riad eintreffen, um sich um Friedensgespräche zu bemühen. Jemens Außenminister Riad Jassin äußerte die Hoffnung, dass er Kerry persönlich um humanitäre Hilfe bitten könne.

22 im Jemen tätige Hilfsorganisationen hatten zuvor vor einer möglichen Einstellung ihrer Arbeit gewarnt. Sollten die Versorgungswege am Boden, über die Luft und auf dem Meer weiter blockiert bleiben, werde es für die Millionen Bedürftigen weder Nahrungsmittel noch medizinisches Material geben, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Blockade verhängte die Militärkoalition unter der Führung Saudi-Arabiens, um die Rebellen zu treffen.

Seit dem Beginn der Kämpfe wurden nach UN-Angaben mehr als 1200 Menschen getötet. Mindestens 300.000 Menschen flohen vor der Gewalt. AFP/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen