Glückwunsch, Herr Münte

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: ca. 1.0 Min.
Ans Ohr von Franz Müntefering ist ein Missstand gedrungen, den Gewerkschaften und der Verein Fair Work seit über zwei Jahren anprangern: Dass Studienabsolventen und Berufsanfänger in Praktika monatelang, teilweise zum Nulltarif ausgebeutet werden. Für die Generation Praktikum, wie diese flexiblen Jobber umgangssprachlich genannt werden, will Münte nun eine Lanze brechen - indem er einen Appell an die Wirtschaft richtet, anstatt dieser Stellen reguläre Arbeitsverhältnisse einzurichten. Da Münte seine Unternehmerheimer kennt, droht er vorsorglich sogar mit einem Gesetz, in dem er definieren will, wie lange ein Praktikum dauern darf und ab wann eine Tätigkeit über ein Praktikum hinausgeht. Damit soll der Wildwuchs unterbunden werden. Zu diesem Vorhaben kann man den Arbeitsminister ausnahmsweise nur beglückwünschen. Denn die Möglichkeiten des Berufsbildungsgesetzes reichen bei weitem nicht aus, sich zu wehren. Aber wollen die Jugendlichen den neuen Schutz überhaupt? Als es beim letzten Mal im April darum ging, im Praktikantenstreik Flagge zu zeigen, blieben die Organisatoren des Streiks unter sich. Die Generation P hat offenbar mit Politik nichts am Hut - und scheint für eine Beschäftigung, egal wie schlecht sie ist, bereit zu se...

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