Explosive Lage

  • Von Olaf Standke
  • Lesedauer: ca. 1.0 Min.
Die USA haben die NATO gestern auf der Truppenstellerkonferenz des Bündnisses aufgefordert, mehr Einheiten für Afghanistan aufzubringen. Der NATO-Generalsekretär wiederum rief die Mitgliedsländer auf, dem Appell zu folgen. Aber viele der 26 Pakt-Staaten zögern. Die Lage am Hindukusch droht Washington und der Allianz-geführten Schutztruppe zu entgleiten; noch nie seit dem vermeintlichen Sieg über die Taliban vor fünf Jahren war sie so explosiv, vor allem im Süden des Landes, wo sich die NATO von der Stärke des Widerstands überrascht zeigt und die eigenen Verluste ebenso steigen wie die unter der Zivilbevölkerung. Das mächtigste Militärbündnis der Welt sucht hier mit einer Großoffensive die Entscheidung gegen die Taliban - und die Bauern können ihre Ernte nicht einbringen, tausende Familien sind auf der Flucht. In der Bevölkerung wächst das Misstrauen gegen die ausländischen Soldaten, auch jene der Bundeswehr, deren völkerrechtlich nicht gedecktes Mandat nach dem Willen der Bundesregierung jetzt verlängert werden soll. Große wirtschaftliche und soziale Probleme, fehlende Rechtsstaatlichkeit, Korruption und Drogenkriminalität bringen die Kabuler Zentralregierung immer mehr in Misskredit und bereiten den Boden für die Rückehr der Taliban. Mehr Soldaten ohne mehr Zivilgesellschaft und lebenswerte Perspektiven für die Menschen in Afghanistan ...

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