Die »Banane« des Soldaten und der Filz

Scheinbar Absurdes zum G36-Sturmgewehr

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Todbringende Waffen versprechen Profit, Inkompetenz steigert ihn, Steuerzahler werden geschröpft. So wie der BND-Skandal zeigt auch der um das G36, dass Parlamentskontrolle keinesfalls ausreicht.

2008 fand im Gefechtsübungszentrum des Heeres die Übung »Blauer Merkur« statt. Einem Soldaten war befohlen worden, mit seinem G36 Deckungsfeuer zu schießen. Bei einer späteren Befragung erinnert sich der Schütze: »Während des Schießens ist der Handschutz geschmolzen, das Plastik berührte das Rohr und begann zu brennen. Als ich dies bemerkte, habe ich umgehend das Feuer eingestellt.«

Im Ernstfall kann das lebensverlängernd sein - für den Gegner. Und den hat die Bundeswehr ja stets im Auge, egal wo auf der Welt sie die Freiheit Deutschlands verteidigt. Doch das damalige Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, das einen geheimen Bericht erstellte, fragte nicht, was am Versagen der Waffe schuld war. Es fragte, wer schuld war. Das war der Soldat, der den Inhalt von sieben Magazinen, also 210 Schuss, innerhalb von 60 Minuten abfeuerte.

Damit hatte er gegen eine Norm verstoßen, die er nicht kennen konnte. Man findet sie in d...


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