»Hart, aber nützlich ...«

Jürgen Gottschlich spricht offen aus, was deutsche Politiker zum Jahrestag des Genozids an den Armeniern verschwiegen

  • Von Alexander Bahar
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Das Deutsche Reich habe beim »Schicksal der Armenier im Ersten Weltkrieg« eine »unrühmliche Rolle« gespielt, formulierte es der Antrag der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD zum 100. Gedenkjahr des Genozids am 24. April des Jahres. Eine verharmlosende Formulierung. Wie eng deutsche Außenpolitik und Diplomatie mit dem damaligen jungtürkischen Regime bei der »kriegsbedingten Umsiedlung« der Armenier, wie es im offiziellen Sprachgebrauch der Türkei bis heute heißt, kooperierten, lässt sich ermessen, seit das Publizistenpaar Wolfgang und Ingrid Gust 2005 entsprechende Dokumente aus dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes kommentiert veröffentlichten. »Erst auf der Grundlage dieses Buches ist es seitdem möglich, seriös über die damalige deutsche Rolle beim Völkermord zu diskutieren«, befindet Jürgen Gottschlich. Der Mitbegründer der »taz«, bis 1993 als stellvertretender Chefredakteur, hat ein Buch über die deutsche »Beihilfe zum V...

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