Eine Blumenspur auf dem Asphalt

Notizen von einem Aufenthalt in der Heldenstadt Moskau.

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Sie sehen wie Ninja-Kämpfer aus, ganz in Schwarz, halb vermummt. Die jungen Burschen am Roten Platz warten auf ihren Einsatz. Der Schnitt ihres Papphelms verrät, wen sie mimen sollen. Wolodja bestätigt auf unsere Nachfrage: »Ja, wir sind die Njemzi.« Als er bemerkt, dass er Deutsche (nd-Leser, die mit KulturenLeben reisen) vor sich hat, fügt er verlegen hinzu, er hätte lieber einen Rotarmisten gegeben. Am Abend des 9. Mai ist er einer von Tausenden Laiendarstellern, die mit professioneller Verstärkung, darunter berühmte Sänger, den Großen Vaterländischen Krieg zwischen der Basilius-Kathedrale und dem Kaufhaus GUM »nachspielen«. Ein beeindruckendes, berührendes Spektakel, erschütternd vor allem die Szenen zur Blockade Leningrads. An die Kremlmauer projiziert sind Tagebucheintragungen der Schülerin Tanja Sawitschewa, Russlands Anne Frank.

Die zweistündige Aufführung überträgt das russische Staatsfernsehen live. Wie die Militärpa...


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