Netanjahus Koalition droht »die wahre Hölle«

Mit nur einer Stimme Mehrheit in der Knesset ist die neue Regierung von Anfang an eine wacklige Konstruktion

  • Von Oliver Eberhardt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Israels rechts-religiöse Koalition unter Führung von Benjamin Netanjahu ist im Amt. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde die Regierung vom Parlament bestätigt.

Am Ende wäre Benjamin Netanjahu fast an sich selbst gescheitert. Er hatte kaum seine Rede vor dem Parlament beendet, in dem er von Frieden (Gelächter), sozialer Gerechtigkeit (Zwischenrufe) gesprochen, die lange Liste der künftigen Minister verlesen hatte, als er sich schon auf den Weg nach draußen machte, während der Parlamentsvorsitzende den Beginn der Abstimmung ankündigte. Noch gerade an der Tür wurde er von Zeew Elkin, Fraktionsvorsitzender des Likud, in den Saal zurück gedrängt. Wäre er bei Abstimmungsbeginn draußen gewesen, wär’s das gewesen: 61 Stimmen brauchte er, um seine Regierung bestätigt zu bekommen. 61 Stimmen hat die Koalition. Einschließlich seiner eigenen.

Die rechts-religiöse Koalition ist nun im Amt; Netanjahu ist zum vierten Mal Regierungschef. Doch diese Amtszeit wird wohl die schwierigste werden, die es jemals in Israel gegeben hat. Die Koalition werde in den kommenden Monaten »die wahre Hölle« erleben, ...


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