Malfest der Unfallskizzen in Vientiane

Allzu viele Laoten rasen ohne Helm und Führerschein in den Unfalltod

  • Von Alfred Michaelis
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Ausländer halten die vielen weißen Linien und Zeichen auf der Souphanouvong Avenue in Vientiane für Reste eines Straßenmalfestes. Doch es sind die Markierungen von Verkehrsunfällen.

Vientiane. Die Polizei in Laos protokolliert jeden Unfall akribisch. In den ersten drei Monaten des Jahres meldete sie 280 Verkehrstote. In der Woche des laotischen Neujahrsfests Mitte April kamen weitere 45 Unfalltote hinzu. Hessen, bei der Gesamtbevölkerung mit Laos vergleichbar, doch mit etwa viermal so viel registrierten Kraftfahrzeuge, meldete 225 Verkehrstote - im gesamten Jahr 2014.

Es geht rau auf den Straßen des bergigen Landes am Mekong zu. Nicht nur, weil der Verkehr in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen hat. Die oft als verträumt beschriebene Hauptstadt Vientiane erstarrt täglich mehrfach im Stau. Doch der Schrecken beginnt abends. Die meisten Verkehrstoten waren dann mit Motorrad oder -roller unterwegs. Laut einer Studie trugen vier von fünf dieser Unfallopfer keinen Helm. Am Tag sei es zu warm und abends behinderten abgedunkelte Visiere die Sicht, lauten übliche Ausreden.

Keine Sta...


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