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Großversuch zu Pillenrückständen im Wasser

Demografischer Wandel erhöht Medikamentenverbrauch / Schadstoffaltlasten kosteten 129 Millionen Euro

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Die Qualität des Grundwassers, aus dem Trinkwasser gewonnen wird, hat sich in den letzten zehn Jahren verbessert, sagt der Senat. Sorgen bereiten Medikamentenrückstände und Sulfat aus Tagebauen.

In Berliner Gewässern spiegelt sich der gestiegene Medikamentverbrauch der Gesellschaft wider. Das ergeht aus einer Langzeituntersuchung der Technischen Universität (TU Berlin) hervor, das von November 2011 bis Ende April dieses Jahres lief. Demnach wurden im Forschungs- und Entwicklungsprojekt ASKURIS Vorkommen von Spurenstoffen im Ablauf der Kläranlagen, Oberflächenaufbereitungsanlagen und während der Uferfiltration untersucht. Ergebnis der Studie: «Es konnte gezeigt werden, dass durch den demografischen Wandel der Gesellschaft der Medikamentenverbrauch in den letzten Jahren deutlich steigt», heißt es in einer Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Klaus Lederer (LINKE), die «neues deutschland» vorab vorliegt.

Offenbar gelingt es jedoch, viele der nachgewiesenen «Spurenstoffe in dem teilgeschlossenen Wasserkreislauf in Tegel sehr effektiv» zu entfernen. Für die Zukunft wird laut Senat dennoch ein «Großversuch» vorbereitet, um neben Ozon auch das Verfahren «der Aktivkohledosierung» auf seine Praxistauglichkeit bei der Schadstoffbeseitigung zu untersuchen. Im landseitigen Grundwasser, aus dem in Berlin ein Großteil des Trinkwassers gewonnen wird, sollen Medikamentrückstände bisher nicht nachgewiesen worden sein. «Die im Landesmessnetz untersuchten Grundwasserproben zeigen keine Trendentwicklung für Arzneimittelrückstände, sondern liegen bis auf wenige Einzelwerte konstant unter 0,05 Mikrogramm pro Liter», heißt es in der Antwort auf die Schriftliche Anfrage.

Grundsätzlich hat sich die Qualität des Grundwassers in weiten Teilen Berlins hinsichtlich vorhandener Boden- und Grundwasserverunreinigungen «deutlich und nachhaltig» verbessert«, erklärte Staatssekretärin Regula Lüscher. Dafür ursächlich seien vor allem jahrzehntelange Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen. Um Schadstofffahnen im Grundwasser abzuwehren, schöpften die Berliner Wasserbetriebe (BWB) in den vergangenen zehn Jahren an einigen Wasserwerken in der Stadt (unter anderem Johanistal, Wulheide und Friedrichs- hagen) an sogenannten Sicherungsbrunnen kontaminiertes Grundwasser ab. Dieses wurde im Anschluss gereinigt. Auch die Arsen-Schadstofffahne, die aus der Schleifung einer Chemiewaffenfabrik aus dem Ersten Weltkrieg in der Nähe des Wasserwerkes Tegel resultiert, konnte durch eine angepasste Brunnenfahrweise »fixiert« werden. »Im Reinwasser«, heißt es, liege die Arsenkonzentration nach wie vor deutlich unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung.

Insgesamt wendete das Land Berlin in den letzten zehn Jahren rund 129 Millionen Euro für Maßnahmen der Altlasensanierung auf. Als gefährlich wird unterdessen die Bedrohung der Trinkwassergewinnung durch Verunreinigungen der Spree mit Sulfat gewertet, die vor allem aus dem Braunkohleabbau stammt. Hier wurden am Ortseingang zu Berlin Grenzwerte bereits überschritten.

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